STEEL CITY SORCERY - Konzertreihe und Festivals

Veröffentlicht am 12.10.2022

Welch grandiose Konzerte habe ich doch schon in der KAPU in Linz erlebt. Erst nach meinem Umzug 2016 von Wien in meine Heimat Oberösterreich schlug ich des Öfteren dort auf, wenn sich eine Stoner-Rock, Post-Rock- oder Metal-Band in die Location „verirrte“. Das Konzertprogramm wurde aber auch erst ab der Gründung der STEEL CITY SORCERY – Konzertreihe mit der ersten Veranstaltung am 30.09.2016 mit EWIG FRÖST und DEATHSTORM richtig rock- und metallastig. Kommerz ist hier ein Fremdwort, die Bands bewegen sich vom „gehobenen“ Underground bis in die tiefsten Tiefen des Undergrounds.

Mein erstes STEEL CITY SORCERY (folgend SCS genannt) Konzert mit RANGER, KÜENRING und LIQUID STEEL im Jänner 2017 habe ich noch als ein sehr ausgelassenes in Erinnerung. Weiters feierte ich in diesem Jahr noch das NIGHT VIPER Konzert mit ROADWOLF als Support gehörig ab. Ende des Jahres kamen NIGHT VIPER nochmal, diesmal mit MOTHERS OF THE LAND im Gepäck, was mich aufgrund des sensationellen Abends zu einem Konzertbericht (zum Bericht) motivierte.

Im Jahr 2018 faszinierten mich JEX THOTH mit HEAT im Mai und im Herbst fand das erste STEEL CITY SORCERY Festival statt, bei dem mich unter anderen HELVETETS PORT, WUCAN und CHAINBREÄKER prächtig unterhielten. Im Oktober tauchten dann erstmals auch EISENHAND als Support von CAULDRON auf.

2019 war mein persönliches Highlight das Konzert von JAG PANZER - einer meiner Lieblingsbands -  mit den stark aufspielenden CHAINBREÄKER als Support. Beim zweiten STEEL CITY SORCERY Festival wurden die schwedischen 80er-Legenden MINDLESS SINNER als Headliner einflogen. Und im November überzeugten HAUNT und SCREAMER auf allen Linien.

Im Februar 2020 konnten mich beim STEEL CITY „Winterzauber“ dann noch DUSK und VENATOR zum ersten, aber nicht letzten Mal begeisterten. Dann kam die Pandemie.  Erst im September 2021 war dann das dritte Festival u.a. mit VENATOR ein Aufatmen nach der schwierigen Zeit. Danach folgte im Oktober mit WUCAN und KÜENRING noch ein letzter Herzschlag des erneuten Lockdowns.

Anlass für diesen Bericht war ja eigentlich das vierte SCS-Festival, von dem ich aber eigentlich nur zwei Bands gesehen habe und ich somit mehr über die Konzertreihe als vom Festival selbst berichte.

Neben dem grindigsten Klo weit und breit, hat die KAPU aber auch folgenden Vorteil: Geparkt wird normalerweise direkt vor der Location auf Privatparkplätzen, von denen zumindest ich noch nie abgeschleppt wurde. Am Abend des vierten SCS-Festivals gab es da wie zu erwarten kein Durchkommen und die Parkplatzsuche in Linz konnte beginnen. Nach einigen Runden in der Gegend kam ich dann doch ein paar Nummern zu spät, um das gesamte Set der Wiener Mädels Band LURCH zu sehen. Diese hätten ja eigentlich auch schon bei der grandiosen Metal-Veranstaltung im April mit LIQUID STEEL, KÜENRING, MESSA und VENATOR – die Linzer Band der Stunde (alle Bandmitglieder waren auch an diesem Abend anwesend) - auftreten sollen.

Krankheitsbedingt gaben LURCH ihre Linz Premiere aber somit am ersten Tag des Festivals und passten für meinen Musikgeschmack dankenswerterweise nicht so sehr in das sonst Black Metallastige Programm. Die vier Mädels spielten sehr sympathisch auf und im Zuge der Show steigerten sie sich zu einer fetten Groove-Maschine. Größtenteils instrumental unterwegs bauten sich die Songs wie bei vielen Psychedelic Rock Bands, wie den Wienern TRIPTONUS oder MOTHERS OF THE LAND, gekonnt auf, um in einem wilden Crescendo zu enden.  Die Rhythmusfraktion am Bass und Schlagzeug wurde fulminant durch die beiden Gitarristinnen unterstützt. LURCH werde ich wohl auch nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Zwischendurch spielte die Black Metal-Band YOUNA in bester Black Metal-Manier für die Black Metal-Fans des Festivals. Somit eher weniger für mich. Dafür waren danach EISENHAND zuständig. Epischer Metal wie MANOWAR der 80er-Jahre oder MANILLA ROAD von Anfang bis Ende, oder aktuellen Helden wie GRAND MAGUS, VISIGOTH, ETERNAL CHAMPION oder ATLANTEAN KODEX lässt mein Herz aus Stahl höher schlagen und meine Fäuste in die Höhe recken. Diesen Bands kommt wohl aus österreichischer Sicht EISENHAND am nächsten. Denn zu den Hymnen des Debüt Albums „Fires Within“ der Linzer lässt sich bei einem Live-Auftritt bestens mit einem Bier in der Hand feiern.

Und das tat das Publikum vom ersten bis zum letzten Song der Band durchgehend. EISENHAND haben, wie auch VENATOR und CHAINBREÄKER, die Metalheads von Jung bis Alt vor der Bühne fest im eisernen Griff Der für die Konzertreihe titelgebende Song „Steel City Sorcery“ eignete sich wunderbar zum  Mitgröhlen und bleibt als eines der Highlights des genialen Metalabends in Erinnerung. Weiters fand ich die Tapping Einlage der Gitarristen, um sich mit der anderen Hand einen Handschlag geben zu können sehr lässig, wie auch die Zelebration des Einsatzes des Eisenhandschuhs und der Hellebarde.

Die bei KAPU-Veranstaltungen wieder einmal rasch spät fortgeschrittene Stunde zum letzten Act weit nach Mitternacht, in diesem Fall GATES OF LONDRA, überließ ich der jüngeren Generation und versäumte dadurch einen schwertschwingenden Frontmann, den ich gern selbst des Öfteren gebe. Der zweite Tag des Festivals war dann Erzählungen nach, noch abwechslungsreicher und intensiver. Schön, dass es in Oberösterreich solche Konzerte und Festivals gibt. Ich wünsche der KAPU und der STEEL CITY SORCERY-Reihe noch viele erfolgreiche Veranstaltungen.


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