Flusensieb Mini #94 - Drei übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 30.03.2022

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 


 

EVERY HOUR KILLS - Vacua

EVERY HOUR KILLS werden weniger als Band, mehr als Kollektiv verstanden, mit wechselnden Gastmusikern. Obwohl seit der Gründung 2013 stets experimentell unterwegs, ging man mit „Vacua“ ein neues Wagnis ein. Deutlich heavier wurde es, mit tiefen Riffs, Djent- und Tech Metal-Elementen, die das Grundgerüst des Albums darstellen, dazu noch tiefere Growls, aber auch Einstreuungen von cleanen Vocals und Synth. Die Vertonung einer Ära von emotionalen Achterbahnfahrten, wie sie weltweit erlebt wird, auch von Sacha Laskow (Gitarrist und Produzent). Wer etwas für Deathcore und eine wilde Zusammenwürfelung an Soundelementen übrig hat, ist hier richtig. Das nächste Werk von EVERY HOUR KILLS kann erfahrungsgemäß wieder ganz anders ausfallen. (AO)


 

BURIAL – Inner Gateways To The Slumbering Equilibrium At The Center Of Cosmos

Death Doom an – und gelegentlich auch schon jenseits – der Grenze zum Funeral Doom. Den kann man sich auf dem schnittig betitelten Album „Inner Gateways To The Slumbering Equilibrium At The Center Of Cosmos“ von BURIAL anhören. Das ist ihre erste LP und sie ist prächtig geworden. All der fröhlich-nihilistische Angsthassschmerz, den das menschliche Gehirn im Angesicht der erschreckenden Unendlichkeit des Alls produzieren kann, in eine knappe Dreiviertelstunde gebannt. Hervorstechende Merkmale aus dem Genre gibt es jenseits einer gewissen Space-igkeit kaum, außer vielleicht die besonders runde Ausgewogenheit, mit der das Deathdoomerohr hier ziemlich restlos befriedigt wird. Sehr, sehr gut! (jazz)


 

TAUSENDSTERN – Hamartia

Solokünstler Sumarbrander huldigt mit diesem Projekt gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Sorger dem deutschsprachigen Blackened Death Metal, in dem man nicht nur versucht, das Beste aus diesen zwei Welten miteinander zu verbinden, sondern dem ganzen auch noch frische Akzente hinzuzufügen. Und wer sich in das Erstwerk einhört, wird bemerken, dass den Dresdner Debütanten dieser Versuch absolut gelungen ist. Ob angeschwärzter Death oder von mir aus tödliches Schwarzmetall, die Mischung rockt bei TAUSENDSTERN, und Stilmittel wie Klargesang oder funerale Doom-Elemente machen "Hamartia" abwechslungsreich und spannend. (EL)


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