Jahresrückblick 2021

2021 war durch diese "wunderbare" Pandemie bedingt erneut ein Jahr, das an einem mehr oder minder vorbeigeflogen ist. Ich möchte diesen Jahrespoll aber nicht zum Anlass nehmen, über dieses beschissene Virus zu philosophieren oder mich darüber aufzuregen, dass mittlerweile um die 10 Konzerttickets in meinem Schrank liegen, nein. Ich werde das Jahr mit meinen persönlichen musikalischen Highlights abschließen, denn davon gab es 2021 wirklich massenhaft.

2021 war sicherlich das Jahr des Deathcore, denn es gab unzählige Releases, die dieses Genre geprägt haben und frische Bands, die ihre Fußspuren zu hinterlassen wussten. Beginnen wir direkt Mal mit meinem persönlichen Album des Jahres. Es hat das Jahr begonnen und sich von dort an auf meinem Thron ganz oben gehalten: BRAND OF SACRIFICE mit ihrem Meisterwerk "Lifeblood". Die Jungs hieven Deathcore auf eine völlig neue Ebene, verspielt, nerdig, melodisch und trotzdem bretthart. Als Manga- und Animeliebhaber werde ich natürlich auch von der Tatsache abgeholt, dass sich die ersten zwei Alben der Jungs mit dem Manga rund um Berserk beschäftigen. Selbst in Sachen Merch erklimmen BRAND OF SACRIFICE ohne weiteres die Spitze für mich. Ich meine, was will ich als Nerd und Musikfreak mehr haben als Bandshirts von eben jener Band, die von ikonischen Yu-Gi-Oh! Charakteren geziert werden? Die Jungs wissen, wie man sich vermarktet und ihnen steht eine große Zukunft bevor.SLAUGHTER TO PREVAIL aus Russland waren glaube ich schon in aller Munde und haben nach einigen Jahren endlich mit ihrem Nachfolgewerk "Made In Russia" nachgelegt. Das visuell beeindruckende Video zu "Baba Yaga" hat sicherlich den Rest dazu beigetragen, dass mindestens der geneigte Metal-Fan was von den Jungs gehört hat. Bandleader Alex Terrible schmettert Tiefseegrowls um sich, als würde er gerade entspannt unter der Dusche "singen" und obwohl die Songs musikalisch als auch textlich harte Kost sind, überzeugt der junge Mann immer wieder mit seinem Humor, indem er Deathcore Cover von Songs wie "Last Christmas" oder "Barbie Girl" interpretiert. Man muss ihn einfach lieben! "Made In Russia" ist ein geiles Stück Deathcore geworden, das dir den ein oder anderen Tritt in deine Weichteile verpasst, geil! Das wohl größte Ausrufezeichen setzten aber LORNA SHORE mit ihrem neuen Schreihals Will Ramos. Die EP "And Then I Return To Nothingness" beinhaltet nur drei Songs, darf aber durchaus als Meilenstein betrachtet werden. Will Ramos erzeugt Geräusche, die fernab jeder Menschlichkeit sind und die Band als Gesamtes präsentiert sich brilliant und technisch auf allerhöchstem Niveau. Ob nun die unnachahmliche Härte von "To The Hellfire" (härtester Breakdown ever?) oder das gänsehautartige "And Then I Return To Nothingness" mit seinen orchestralen Elementen, LORNA SHORE setzen ein dickes Ausrufezeichen und machen das im ersten Quartal 2022 folgende Full Length Album automatisch zu einer der most wanted Platten auf meiner Liste.

Auch der kleine große Power Metal Liebhaber in mir wurde 2021 abgeholt. Unter anderem vom "Debüt" der wiedervereinigten Kürbisköpfe! Nach fast 30 Jahren bekommen wir wieder ein HELLOWEEN Album mit Kiske und Hansen, die sich zum aktuellen Lineup gesellen und fortan auch wieder einen festen Bestandteil ausmachen. Das selftitled Werk konnte die hohen Erwartungen zum Großteil erfüllen und fand eine gute Mischung aus oldschooligem Power Metal ("Out For The Glory"), moderneren Elementen der aktuellen Ära ("Fear For The Fallen") oder aberwitzigen Longtracks, die irgendwie alles zusammenmischen ("Robot King"). Kiske und Deris zusammen auf diversen Songs zu hören, hat durchaus für Gänsehaut gesorgt und konnte somit ein Highlight 2021 markieren. Neben Veteranen wie HELLOWEEN konnten aber auch Neulinge stark auftrumpfen, allen voran die unbekannten ILLUSION FORCE aus Japan, die mit ihrem Zweitwerk extrem kitschigen, aber gleichzeitig auch extrem fett vorgetragenen melodischen Power Metal bieten, der im Ohr kleben bleibt. Die Hitfabrik aus Japan hat wieder zugeschlagen! Kennt leider keine Sau, aber ihr dürft das gern als Aufruf nehmen, in ihr 2021er Werk "Illusion Paradise" reinzuhören! Wer dudeligen Power Metal mit Hitgarantie mag, der kommt daran nicht vorbei. Eine größere Überraschung gelang 2021 NORTHTALE, die mich mit ihrem Debüt völlig kalt gelassen haben und mit dem Nachfolger eines der besten, wenn nicht sogar DAS beste Power Metal Werk 2021 kreiert haben. Neu-Sänger Guilherme passt perfekt ins Bild und die Songs ergeben ein deutlich spannenderes Konstrukt als das blasse Debüt. Technisch teils kranke Gitarrensoli, bockstarker Gesang und viel Abwechslung, die immer wieder auf klassischen Power Metal mit Ohrwurmgarantie trifft. Nice!

Neben diesen zwei für mich prägenden Genres gab es natürlich auch andere erwähnenswerte Kost. Da seien SPIRITBOX genannt, die den Metalcore endlich Mal wieder nach oben treiben konnten mit ihrem Meisterwerk "Eternal Blue". Melancholie trifft auf Depression und verpackt das Ganze musikalisch sehr berührend. Courtney LaPlante hat eine Stimme, die unter die Haut geht und erzählt hier die  ein oder andere bewegende Geschichte. Das Werk trumpft gar nicht mit der ganz großen Innovation auf, aber jeder Handgriff sitzt und verschmilzt zu einem einprägsamen Werk, das Gänsehaut hinterlässt. Die großen Durchstarter 2021 sind für mich INTERLOPER, die sich genretechnisch irgendwo zwischen Progressive Metal, Power Metal und Death Metal bewegen. Keine Ahnung, wie sich deren Stil treffend beschreiben lässt, aber dieser Genremix erzeugt eine so geile Dynamik, wie ich sie selten oder noch nie erlebt habe. Teils sehr vertrackt oder gar verspielt, aber immer wieder durch starke Melodien überzeugend haben sie mit "Search Party" eine der wichtigsten Platten 2021 veröffentlicht. Würde das Album nicht zwei bis drei eher schwächere Songs offenbaren, wäre es eine reele Gefahr für "Lifeblood" gewesen. Dennoch lassen sie mit diesem Album fett aufhorchen! Zu guter letzt möchte ich noch VOLA erwähnen, die mit ihrem sanften und zugleich brachialen Sound wieder ein geniales melodic Progressive Metal Werk erschaffen haben. Selten habe ich derart emotional eingespielte Drums vernommen, selten so berührenden Gesang. VOLA gehen unter die Haut und erzeugen Gänsehaut von innen heraus. Ein wirklich wunderschönes Werk, das aber die richtige Stimmung benötigt, um ganz tief einzutauchen.

2021 war musikalisch wirklich bewegend und wunderschön. Es gab so viele Highlights und einige habe ich nicht Mal genannt. Es ist gut und wichtig, dass die Musik einem trotz der schwierigen Zeiten so viele Gründe zum Lächeln gibt und dafür sollten wir dankbar sein. 2022 stehen auch schon tolle Interpreten in den Startlöchern. Wie eingangs erwähnt folgt das nächste Album von LORNA SHORE, das im Deathcore sicherlich wieder ein Ausrufezeichen setzen wird. Daneben kommen ENDLICH die Power Metal Veteranen STRATOVARIUS mit einem neuen Album um die Ecke. Wenn alles zusammenkommt, dürfen wir uns auch tatsächlich auf "Phase II" von SCAR SYMMETRY freuen nach nur knackigen acht Jahren... Was bleibt mir sonst zu sagen? Bleibt gesund, passt auf euch auf und verliert euer Lächeln nicht!


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Lesercharts: Die meistgelesenen Artikel des Jahres 2021
Seite 3: Jahresrückblick von Angelika Oberhofer
Seite 4: Jahresrückblick von bender
Seite 5: Jahresrückblick von Brigitte Simon
Seite 6: Jahresrückblick von Daniel Hadrovic
Seite 7: Jahresrückblick von Ernst Lustig
Seite 8: Jahresrückblick von Hans Unteregger
Seite 9: Jahresrückblick von Jazz Styx
Seite 10: Jahresrückblick von Julian Dürnberger
Seite 11: Jahresrückblick von Lord Seriousface
Seite 12: Jahresrückblick von Martin Weckwerth
Seite 13: Jahresrückblick von Sandy
Seite 14: Jahresrückblick von Sonata
Seite 15: Jahresrückblick von Tobias
Seite 16: Jahresrückblick von Werner Nowak


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