FINNTROLL: das 'Vredesvävd' Gangbang-Review

Ihr kennt das doch auch. Es gibt Bands, die liest man oft auf irgendwelchen Festival-Plakaten, kennt den Namen, weiß, dass sie schon lang im Geschäft sind, hat aber noch nicht einen Ton von irgendeiner Veröffentlichung gehört. Bei mir ist es so mit FINNTROLL. Den Namen kennt man, aber die Genres, in denen sich die Finnen bewegen sind so gar nicht meine und deshalb hat es sich bisher nicht ergeben. Gottseidank gibt es hier bei Stormbringer das beliebte Gangbang-Format, das sich ideal für uns Redakteure eignet, seinen Horizont zu erweitern und die Leserschaft daran teilhaben zu lassen.

Mit "Vredesvävd" legt die Trollhorde nach längerer Schaffenspause also nun ihren siebten Longplayer vor und als nicht vorbelasteter Hörer bin ich gespannt, was mich auf dem Album erwartet. Der Opener "Väktaren" schafft es wunderbar, Spannung aufzubauen. Vor dem geistigen Auge sammeln sich hier Vikingerhorden, um gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Eine Instrumentalnummer, die sehr erhaben und episch daherkommt. Danach geht es gleich voll zur Sache. Bei "Att Döda Med En Sten" dominieren Double-Bass-Gewitter und aggressiver, heiserer Gesang von Mathias „Vreth“ Lillmåns. Immer umspielt von dem epischen Grundthema, das aus dem Intro mitgenommen wurde. Klingt ganz interessant und geht trotz des stilistischen Mixes ganz gut ins Ohr. In mir keimt Hoffnung, dass meine Wahl, bei dieser Rudelreview mitzumachen, doch nicht in einem Fiasko endet. "Ormfolk" spinnt den Faden der Vorgänger-Tracks gekonnt weiter und marschiert gnandenlos nach vorn. Track Nummer vier eröffnet so, wie man es sich als Nichtkenner der Folk-/Viking-/Pagan-Metal-Szene von einem Song dieses Genres erwartet. Mittelalterlich angehauchte Instrumentierung zu Beginn, dann ein paar "Hey"-Rufe für die grölenden Massen und weiter mit flottem Tempo Richtung Refrain. Sicherlich ein perfekter Song, um in biergeschwängerter Festival-Luft die Circle-Pits am Laufen zu halten. Bei "Forsen" nehmen die Jungs das Tempo etwas raus, schmeißen dafür eine ordentliche Portion Groove dazu und lockern alles mit ruhigeren Passagen auf. Garniert mit einem catchy Refrain, ertappt man sich immer wieder beim Mitschunkeln. "Myren" bietet auf nicht einmal drei Minuten Länge auch einiges an Abwechslung. Ein kurzer thrashig/symphonischer Track, der es in sich hat und perfekt in "Stjärnors Mjöd" übergeht. Es ist also keineswegs so, dass Hälfte zwei des Albums abfallen würde. Ganz im Gegenteil. Hier werden keine Gefangenen gemacht und es wird munter drauflos geprügelt. "Ylaren" ist mit knapp über fünf Minuten der längste Song und beinhaltet wahnsinnig lässige, groovende Parts die sich wieder mit symphonisch/epischen Momenten abwechseln.

Das war er nun also, mein FINNTROLL-Erstkontakt. Hat gar nicht weh getan und war überraschend erfreulich. Das Album macht über die gesamte Lauflänge Spaß und die Band versteht es, den Hörer bei der Stange zu halten. Einzig im Gesang könnte etwas mehr Abwechslung rein, denn Herr Lillmåns klingt doch sehr oft ziemlich gleich. Im Gesamtgefüge fällt es aber nicht so ins Gewicht, weil der Rest sehr gut funktioniert. Wie sich diese Veröffentlichung nun innerhalb der Diskographie einsortieren lässt und ob eingefleischte FINNTROLL-Fans damit eine Freude haben kann ich nicht beurteilen. Für mich als "Rookie" hat sich das Durchhören von "Vredesvävd" aber auf jeden Fall gelohnt.

4,0/5,0 - Hans Unteregger


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Hans Unteregger
Seite 3: Julian Dürnberger
Seite 4: Lord Seriousface
Seite 5: Michael Walzl
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Fazit


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