Coventry Live Scene Viral! The Tin Music and Arts Live!

Veröffentlicht am 13.04.2020

Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt - der hat Kultur.

Oscar Wilde (1854 - 1900), Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

 

 


 

 

Künstler zu sein bedeutet heute, die Kunst zu beherrschen, staatlich verhängte Bewegungseinschränkung wahrzunehmen, sich aber die nötige Handlungsfreiheit zu bewahren, die es einem erlaubt, für den Konsumenten sichtbar zu bleiben. Die Corona-Krise verlangt Kunstschaffenden mehr denn je Ausdauervermögen ab und fordert die Aufrechterhaltung digitaler Vernetzung, um die große Flaute abzuwenden. Weniger kommerzielle Musiker sind seit jeher auf Auftritte angewiesen, wo man durch Merchandise den nötigen Groschen generieren kann und im direkten Kontakt mit Fans die Szene entsteht. Die Prävention der Virusverbreitung durch Unterbindung der Versammlung mehrerer Personen bedeutet, nicht nur den Künstlern den Geldhahn abzudrehen, sondern auch den ambitionierten Veranstaltern, die ihnen die Bühnen zur Verfügung stellen. Bedauerlich ist dies vor allem in Regionen, wo sich eine lebendige und qualitativ hochwertige Live-Szene, eine kleine Oase versierter alternativ eingefärbter Musiker, gründete. Etwas mehr als 150 Kilometer nordwestlich von London befindet sich die 367000 Einwohner starke Stadt Coventry, die ebendiese Szene vorzuweisen hat. Joe Wilson hat auf Bandcamp eine Compilation mit Musikern aus Coventry erstellt, um finanziellen Schäden durch gecancelte Live Shows zumindest ein wenig entgegenzuwirken. Er erklärt in Hinblick auf sich anbahnende Schwierigkeiten: „Wir kommen alle aus derselben Szene in Coventry, im Vereinigten Königreich. Ich spiele schon ewig  in verschiedenen Bands mit rotierender Besetzung. The Tin Music and Arts ist ein Veranstaltungsort in einem alten Kohlegewölbe, anliegend an einem alten Kanal, wo wir alle regelmäßig auftraten.“

Genau hier liegt der Hund begraben, denn viele Auftritte in der Vergangenheit waren nicht eigennütziger Natur, sondern zielten auf die Förderung der Szene ab. „Wenn ich bisher versucht habe, ein wenig Geld zu sammeln," sagt Joe, "dann organisierte ich Gigs, denn damit kenne ich mich aus. Da offensichtlich Auftritte nicht mehr möglich sind, musste ich trotz der Ausgangsbeschränkung einen Weg finden, uns zu einen.“

Es ist ja auch nicht so, dass nur die Musiker einer Ausgangs- und Versammlungsbeschränkung unterliegen, sondern auch der Konsument. Sich von zu Hause aus zu engagieren, funktioniert immer noch durch digitale Kommunikation und Fundraising am besten. Die gelungene Compilation aus verschiedenen Alternative-Ausrichtungen lässt sich kostenlos anhören und unterliegt keiner zeitlichen Begrenzung. Wer also einfach mal abschalten und genießen möchte, braucht nur den Start-Button zu bedienen. Menschen mit ausreichenden finanziellen Mitteln können aber erheblich dazu beitragen, dass diese engagierte und ungewöhnliche Musikszene uns erhalten bleibt und weiterhin mit wunderbarer Musik versorgt, die man heutzutage in den Mainstream Medien schmerzlich vermisst. Eine kleine Geldspende, die man digital entrichten kann, ist erwünscht.

Weitere Informationen zu THE TIN Music and Arts


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