Flusensieb Mini #79 – 3 übersehene Metal-Platten von Bands mit verrückten Namen

Veröffentlicht am 25.12.2019

Ein (vorerst?) letztes Mal geht das Flusensieb Mini an den Start und fängt drei Platten auf, die beim Stormbringer bisher keine Beachtung fanden. Ihr gemeinsamer Nenner sind diesmal die verrückten Namen der Bands. Zuerst geht es pseudo-japanisch, politisch und unzufrieden zu. Danach kommen wir in den romantischen Raum der nachdenklichen Abendklänge mit philosophischem Hintergrund. Abschließend mischen wir Menschenvernichtung mit Alkoholgelüsten. Das geht runter wie Scherbensuppe! Viel Spaß!

 


 

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE – Verk Ferever

Erstaunlicherweise klingen JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE auf ihrem neunten Album gar nicht so japanisch, sondern eher deutsch, und auch weniger nach Hörspiel als nach sozialkritischem Grindcore – wahlweise auch „Grindpunk“ oder „Popgrind“. Das klingt weitgehend „Kaputt“, etwas nach „Aufgegeben“, weniger nach „Zufrieden sein“ und mehr als alles andere nach „Sozialisationsschaden“ – letzteres mit sehr starkem Waffeneinsatz. „Verk Ferever“ sind knappe 33 Minuten progressives bis technisches, manchmal glatt mathcoriges, grindiges bis hardcoriges, angedeathtes Chaos, das wohl weniger aus Freude an der Ästhetik als aus Spaß am Auskosten des Möglichen gehört werden will. Anstrengend, aber interessant! (jazz)

 


 

THUNDERFUCK AND THE DEADLY ROMANTICS – Dirty, Sleazy Rock'n'Roll

Wenn sich eine Band THUNDERFUCK AND THE DEADLY ROMANTICS nennt, dann sollte jedem Hörer klar sein, dass deren Musik wohl nicht in den Sektor „Nachdenkliche Abendklänge mit philosophischem Hintergrund“ fallen dürfte. Wahrscheinlicher ist es, nach dem erstmaligen Durchhören von „Dirty, Sleazy Rock'n'Roll“ den Wunsch zu verspüren, sich die Hände zu waschen – dieses Album nichts für Hörer, die Niveau von einer Hautcreme unterscheiden können! Ruppiger, äußerst unkomplizierter Hard Rock der Marke 80er Jahre im Südstaaten-Style trifft auf das Gehabe von STEEL PANTHER in noch unappetitlicher, und dennoch: Bei Titeln wie „Anal Annie“ kommt man an einem präpubertären Kichern wohl nicht vorbei. (DC)

 


 

ALCOHOLOCAUST – Necro Apocalypse Bestial

Wow! Was darf man denn von einer Band namens ALCOHOLOCAUST erwarten? Kriegspartykracher? Gehirnzellengemetzel? Leberdoom? Die Portugiesen üben sich in Thrash und Death Metal. 14 Jahre nach ihrer Gründung erscheint nun die erste LP „Necro Apocalypse Bestial“ und weiß akustisch anstrengend zu belästigen. Das rohe Galoppier-Geschredder des Thrash vermengt sich mit dem stumpfen Gebell des Black: ungeschliffen, untergrundig, unliebsam! Das geht runter wie Scherbensuppe! Dazu gibt es puren Alkohol zur Desinfektion. Spaß macht doch so etwas nur einem Masochisten, oder? Wobei man beim fünften bis siebten Durchlauf eine gewisse Liebe für die instrumentalen Intermezzos im Gerumpel entwickeln kann. (jazz)

 


 

Mehr Flusensieb!


WERBUNG: GREEN DAY
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE