Flusensieb Mini #77 – 3 übersehene Death-Metal-Platten

Veröffentlicht am 11.12.2019

„Ich hab heut Nacht von Tod geträumt“, hieß es einst bei SUBWAY TO SALLY, doch um Dark/Mittelalter Rock soll es nicht gehen. Vielmehr um den Tod. Im Flusensieb Mini, das auch diese Woche drei bisher unbeachtete Platten vorstellt, dreht sich diesmal alles um Death Metal. Um Schweizer Death Metal der Oldschool-Art, der Nostalgiker braucht, um nicht vergessen zu werden. Um spanischen Death Metal der brutalen und technischen Art, bei dem eine Lawine aus mit Backsteinen gefüllten Waschmaschinen eine große Rolle spielt. Um kanadischen Death Metal der melodischen Art, der mit Pagan-Zügen versehen wurde. Viel Spaß!

 


 

DARK COLONY – Dark Colony

Es war einmal tierisch guter Death Metal. Der tobte sich in vielerlei Richtungen aus und wurde dafür geliebt. Dann wurde er alt und er wurde noch immer geliebt, aber nicht mehr von ganz so vielen Metalheads. Wenn man da dann nichts Neues mehr hinzuerfindet, dann kann man durchaus immer noch eine gut produzierte und vielseitige Platte schaffen, aber eben auch nur eine recht begrenzte Zuhörerschaft begeistern. Einige Durchläufe kann das spielerisch einwandfreie Debüt „Dark Colony“ der Oldschool Deather DARK COLONY auch durchaus Freude bereiten, aber darüber hinaus benötigt man eine gewisse Nostalgie, um die erste Platte der Schweizer nicht auf den Stapel der Vergessenheit wandern zu lassen. (jazz)

 


 

WORMED – Metaportal

Nach drei Alben in 20 Jahren versuchen es die brutalen, technischen Death-Spanier von WORMED mal mit einer EP. Etwas mehr als eine Viertelstunde, die ungefähr so klingt, als wäre der Mond (100% aus fettigem Weichkäse) in einen extrem laktoseintoleranten Vulkan mit Fettverdauungsproblemen gestürzt. Wildes Chaos und grenzenlose Zerstörung! Kaputtknüppelungslevel von Twittertrump trifft Negan mit Lucille im Wirbelsturm-Modus! Mindestens! Doch dabei bleibt es stets technisch auf hohem Niveau und die stabile Death-Grenze zum Grindcore wird nicht überschritten. Da bekommt man doch Bock, auf dem unglaublichen Hulk einer Lawine aus mit Backsteinen gefüllten Waschmaschinen hinabzureiten. Fuck yeah! (jazz)

 


 

SCIMITAR – Shadows Of Man

Hör ich da eine Maultrommel bei „State of Nature“? Kanadier sind ja bekannt für Unkonventionelles. SCIMITAR mischen Melodic Death fröhlich mit Folk und Black Metal und ein Quentchen Pagan. Bei „Knights Collapse“ wird halt mal growlig gerappt, unterbrochen von einem Männerchoral. Das Album fängt melodisch recht einfach gestrickt an und wird immer komplexer und dunkler. Hauptakteur ist das Duo Jesse Turner & Noel Anstey – ihre Gitarren bringen das Tempo, die Tragik und die Vocals von Angus Lennox erst zu einem Ganzen. Wobei die Vocals leider auch ein Schwachpunkt sind. Die Drums sind wohltuend abgestimmt, nie überlagernd. Für einen Erstling sicher sehr interessante Ansätze, aber ausbaufähig. (SV)

 


 

Mehr Flusensieb!


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: LAMB OF GOD - Lamb Of God
ANZEIGE