Flusensieb Mini #68 – 3 übersehene schwarze Metal-Platten

Veröffentlicht am 09.10.2019

Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Klänge! Schwarz, schwarz, schwarz ist alles was ich hab. Und zwar für euch in diesem Flusensieb Mini, das die Aufgabe hat, einigen Platten, die der Stormbringer bisher nicht behandelt hat, ein spätes Zuhause zu bieten. Diesmal geht es in Slowenien los, wo epische Märchen auf klassische Orchestrierung treffen. In einer zweiten Runde wird es relativ thrashig, aber man muss sich davon nicht beunruhigen lassen. Am Ende landen wir in Chile und bei atmosphärischer Sadness ohne Ende zwischen ruhigen und rauen Parts. Viel Spaß!

 


 

DEKADENT – The Nemean Ordeal

Slowenischen Metal zelebrieren DEKADENT bereits seit 2005. Mit „The Nemean Ordeal“ präsentieren sie eine griechische Geschichtsstunde (Nemeischer Löwe vs. Herkules), obgleich es keine Tortur ist, dieses Album zu hören. Epische Märchen treffen auf klassische Orchestrierung und angemessen düster wird „Death Of A Lion“ dann auch kredenzt. „Sherperd Of Stars“ erinnert mich an „Symphony No. 9“ – getragen schwermütig mit einer positiven Unterströmung, aber mit mehr Pfeffer als bei Dvořák. Voller Seelenschmerz, aber kraftvoll: Durch Arturs stimmliche Präsenz wird dieses Album zu einer interessanten Interpretation der Tragik eines großen Helden. Aber auch große Löwen wollen manchmal nur knuddeln. (SV)

 


 

NOCTURNAL WITCH – A Thousand Pyres

Ostdeutscher Heidengesang aus Deutschland. Heiden, nicht Heide. Von grün ist hier gar nichts zu hören, höchstens tiefschwarz gesprenkelt mit dunkelschwarz. Thrashig legen sie los mit „Downfall of the World“. In Weltuntergangsstimmung wandern wir durch „Dark Forces“ und auch wenn „Eclipsing the Light“ etwas verspricht, sonniger wird’s nicht. Dem Antichrist dürfte seine Hymne „Black Chalice“ sehr genehm sein. Wer bei NOCTURNAL WITCH also erfreuliche Seelenopferungen erwartet, wird ergiebigst bedient. Seit dem letzten Album „Summoning Hell“ sind doch einige ruhige Jährchen vergangen, aber 2019 starten sie ordentlich durch. Gemixt hat „Temple of Disharmony“ – nicht beunruhigen lassen! (SV)

 


 

DRIMYS WINTERI – Excelsa Natura

Ungewöhnliche Orte – mit DRIMYS WINTERI verschlägt es uns nach Chile. Black Metal meets spanisch, was uns Sadness ohne Ende verspricht. Melodisch geht’s los mit grimmigem Gemurmel, „Mágico Velo Gris“, das später vom heftigen Stakkato der Drums gepusht wird. Die setzen sich in fast jedem Song in den Ohren fest, abwechselnd durch die ruhigen und rauen Parts. Dies ist das erste Album der Band und noch stehen sie ein wenig im Wald der vielen Ideen und deren Umsetzung. Der Grundtenor des Albums ist die Natur und deren geheimnisvolle Schönheit: „Microcosmos Simbólico“ fügt sich in die Geradlinigkeit der Songstrukturen ein und wird durch die tiefe Traurigkeit fast zu Grabe getragen. (SV)

 


 

Mehr Flusensieb!


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