Flusensieb Mini #66 – 3 übersehene Metal-Debüts

Veröffentlicht am 25.09.2019

Erstlingswerke werden besonders oft übersehen und so gibt es schon wieder eine Debüt-Edition vom Flusensieb Mini. Dreimal brandneuer Metal aus Norwegen, Kroatien und Deutschland. Zuerst geht es per Fahrstuhl in die unendlichen Tiefen des Deathjazz – unfassbar faszinierend bis hin zu künstlerisch grandios. Dann werden die Spinnenweben aus den Gehörgängen gefegt, wenn Black Metal jeden Mainstream-Stempel unter den Tisch verbannt. Zuletzt wird es symphonisch bis heavy: eingängige Riffs und einfache Textstruktur rufen geradezu „Ohrwurm“! Viel Spaß!

 


 

AGABAS – Agabas

Der Fahrstuhl fährt abwärts, die Stockwerke zählen runter und es läuft entspannender Jazz. Das entspricht dem normalsten Moment auf der Debüt-EP „Agabas“ von AGABAS. Der Fahrstuhl macht nicht Halt im Erdgeschoss oder dem Keller, sondern es geht weiter und weiter abwärts. Der Jazz wird entstellt und vermischt, mal mit Heavy, mal mit Death, mal mit Black Metal, mal mit Stoner, mal mit Psychedelic Rock – oft auch mit mehreren Dingen gleichzeitig. Klar wird: Dieser Fahrstuhl führt direkt in die Hölle hinab – dabei haben die Norweger gerade erst begonnen. Das mag etwas Ziellos wirken, aber niemals langweilig, oft sogar unfassbar faszinierend bis hin zu künstlerisch grandios. Genial! Bleibt weird! (jazz)

 


 

TRYGLAV – Night Of Whispering Souls

Kroatischer Black Metal? Überraschung! TRYGLAV sind aber auch noch Newcomer und erst seit 2018 unterwegs. „Under My Skin“ fegt mal gleich die Spinnweben aus den Gehörgängen und lässt auf ein dunkles Märchenalbum hoffen. Von „Night Of Whispering Souls“ bis hin zu „Beyond the Limit“ ist eine rote Linie der Melodien zu erkennen. Im Querschnitt ist es kein reiner Black Metal, sondern vermischt viele Pfade in einem Album. Vielleicht muss man erst seinen Weg durch die vielen Ideen und Einflüsse im Kopf finden. Auf jeden Fall fällt hiermit der Stempel „Mainstream“ unter den Tisch. (SV)

 


 

KINGS WINTER – Forging The Cataclysm

Benannt nach der Heimatstadt (Königswinter) brettern Jule und Tobias als KINGS WINTER im Stil von MAGNUM und DORO mit klassischem Metal bzw. Rock durch ihre Debüt-EP. Mit „Times Running Out“ kommt ein wunderbarer Opener mit kraftvollem Vocalpart und eingängigen Riffs, jedoch einfacher Textstruktur – tendenziell Ohrwurmgefühle. Das Metaller einen großen Hang zu Dramatik und Balladen haben, kommt mit „The Grand Delusion“ voll zum Tragen. Insgesamt habe ich immer das Gefühle eine sehr junge DORO in Begleitung von NIGHTWISH zu hören. Dies kommt besonders beim „A Sailor's Tail“ zum Tragen. (SV)

 


 

Mehr Flusensieb!


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