EDENBRIDGE: Exklusive "Dynamind" Prelistening-Session

Veröffentlicht am 24.08.2019

Blitz und Donner gingen draußen hernieder, als Stormbringer im beschaulichen Norden Oberösterreichs im privaten Tonstudio des EDENBRIDGE-Masterminds Lanvall einen exklusiven Blick auf das am 25. Oktober erscheinende neue Studioalbum werfen durfte. Unter den wachsamen Blicken von Sängerin Sabine und Lanvall durfte die zwei Mann starke Stormbringer-Abordnung vorab den zehn Titeln des Albums „Dynamind“ lauschen, um ihren ersten Eindruck dazu der Welt kundzutun. Dabei gab es durchaus einige Überraschungen zu entdecken, über welche wir uns in weiterer Folge auch noch in einem ausführlichen Interview mit den Beiden unterhalten werden, welches im nächsten Monat hier auf Stormbringer erscheinen wird.
 


Sabine und Lanvall im Studio (c) Bine Weinberger

 

Doch halten wir uns nicht lange auf – hier bekommt ihr einen ersten Eindruck von „Dynamind“:
 

1. The Memory Hunter
Der Einstieg ins Album erfolgt ohne Intro und sofort voll auf den Punkt, getragen und mit typischen EDENBRIDGE-Strukturen, doch mit guter Kante im vergleichsweise heavy ausgefallenem Riffing. Im Vergleich zum Vorgängeralbum gehen EDENBRIDGE hier eher weg vom Schwerpunkt der symphonischen Instrumentierung, hin zu puristischeren Keyboard/Synth-Sounds. Anspruchsvolle Akkordfolgen und moderne Rhythmus-Patterns geben dem Titel Dynamik und machen durch den gelungenen Einstieg gewaltig Lust auf das noch Kommende.

2. Live And Let Go
Hier haben wir gleich die erste Single mit begleitendem Lyricvideo (siehe weiter unten) vor uns. Der flotte Song mit eingängigem Ohrwurmrefrain beweist hymnischen Charakter und dürfte als prädestinierter Livesong eine gute Wahl als Appetizer sein. Der Titel schmeichelt sich um Sabines charakteristische Stimme und gibt sich sowohl symphonisch als auch wieder stark riffbetont und baut mit Modulationen des Refrains gegen Ende hin epischen Charakter auf.

3. When Oceans Collide
Auch mit dem nächsten Song bleiben EDENBRIDGE im knackigen Uptempo-Bereich und servieren einen technisch anspruchsvollen Song mit deutlichen Power Metal-Anleihen. Es fallen erneut die deutlich riffbetonteren Strukturen auf, die dem Song enormen Drive geben und eine dichte Atmosphäre aufbauen können

4. On The Other Side
Die zweite Single, zu der es auch ein Musikvideo geben wird, kommt sehr folking-beschwingt einher und spielt ein wenig mit irischen Anleihen in den Melodien. Der fette Groove im Refrain bietet einen schönen Kontrast zum leichtfüßigen Hauptriff und die originellen Instrumentalvariationen, in denen sich Lanvall an Bouzouki, Mandoline und Hackbrett austobt, heben den Song nachhaltig von seinen Vorgängern ab. Dank Ohrwurmrefrain ist auch dieser Song eine gute Wahl als Singleauskopplung, wenngleich er im Kontext des kompletten Albums zu den softesten Stücken gehört.

5. All Our Yesterdays
Nach einem akustischen Intro steigt der Song in massives, düsteres Riffing ein und serviert starke Hooklines in einem breitwandigen, mächtigen Soundgerüst. Trotz der typisch eingängigen EDENBRIDGE-Trademarks werden einige proggige Strukturen eingebunden, die dem Song in Verbindung mit einer Breitseite an höchst dramatischen Arrangements ordentlich Pfeffer in den Hintern streuen.

 

 

6. The Edge Of Your World
Hier überraschen EDENBRIDGE mit fast aggressiver Grundstimmung, die sich in knackigen mehrstimmigen, deutlich tiefer gestimmten Riffs und breiten, bedrohlichen Fanfarenklängen manifestiert. Ein druckvoller Midtempo-Break mit Piano nimmt das Tempo kurzzeitig etwas heraus, gibt dem Song dadurch aber gute Spannung. Vor allem die coole, effektvolle Orchestrierung kann punkten, da sie sich trotz ordentlichem Druck nicht zusehr in den Vordergrund spielt.

7. Tauerngold
Der (O-Ton Lanvall) 'ungewöhnliche Titel' entstand im Urlaub in Rauris und überrascht nach entspanntem, balladeskem Aufbau mit schleppend-schweren Gitarren, die mit bluesigem Anstrich teils sogar an der Grenze zu doomiger Schwere tanzen. Dass der namensgebende Titel im Refrain gar nicht vorkommt mag für EDENBRIDGE ungewöhnlich sein, doch der getragene Titel mit mehrstimmigen Leads, der aber dennoch ordentlich zu stampfen und zu grooven versteht, beweist sich durch seine Andersartigkeit echtes Growerpotenzial. Mutig, aber sehr stark!

8. What Dreams May Come
Geht wieder mehr in die typische EDENBRIDGE-Ecke, kommt mit ein wenig psychedelischen Arrangements im Auftakt um die Ecke und liefert dann fetten Prog-Power mit knackigem Hauptriff und virtuosen Keyboards. Erneut fallen die punktgenau gesetzten, dramatischen Orchestereinsätze auf, die mit dem beinahe traurigen Mittelpart schön kontrastiert werden.

9. The Last Of His Kind
Der Longtrack. Hier gehen EDENBRIDGE aufs Ganze, 12 Minuten cineastischer Metal, der vor allem durch atmosphärische Arrangements im Mittelteil getragen wird, zwischendurch fast in Ambient-bereiche gleitet, aber mit besonnenem Aufbau und starkem Spannungsbogen überzeugen kann. Ein Solo alá David Gilmour rückt den Titel fast schon ein wenig in Richtung PINK FLOYD oder MASSIVE ATTACK, ehe mit einem unvermittelten Wiedereinstieg noch einmal das volle Programm geliefert wird und der Track auf einen bombastischen Abschluss zusteuert.

10. Dynamind
Der Titeltrack des Albums ist nicht nur gleichzeitig der Schlusspunkt des Albums, sondern auch mit etwas über zwei Minuten auch der kürzeste und wahrscheinlich auch ungewöhnlichste Titel. Der Fokus liegt auf Sabines Stimme, die durch reduzierte, fast sphärische Instrumentierung in den Vordergrund gerückt wird. Durch die zwei Minuten Erholung mit fast schon Ambient-artigem Charakter verströmt „Dynamind“ irgendwie das Feeling eines Outros, was den Song im Verein mit dem Wortspiel des Titels nur noch ungewöhnlicher erscheinen lässt. Ein gewagter, aber doch auch sehr wirkungsvoller Schlusspunkt des Albums.

Generell fällt auf, dass EDENBRIDGE auf „Dynamind“ den zuletzt eingeschlagenen Weg weitergehen, die ausufernden, Symphonic-typischen Arrangements etwas in den Hintergrund treten lassen und dafür die rifflastigeren, deutlich gitarrenorientierten Klänge mehr in den Fokus rücken. Dabei gehen die Oberösterreicher auf so einigen Songs um einen Zacken härter zu Werke, was dem Gesamtsound sehr gut tut. Gleichzeitig scheuen sich EDENBRIDGE aber auch nicht, ungewöhnliche Instrumentierung einzubinden oder mit atypischen Songstrukturen zu experimentieren, was „Dynamind“ insgesamt große Dynamik und Abwechlsungsreichtum beschert.



(c) Bine Weinberger


Stormbringer bedankt sich ganz herzlich bei Sabine und Lanvall für die Einladung und die Bewirtung im Verlaufe des entspannten Abends. Nächstes Mal bringen wir das Popcorn mit!


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