Flusensieb Mini #56 – 3 übersehene Debüt-Platten

Veröffentlicht am 26.06.2019

Wie schade ist es doch, wenn eine Band zum ersten mal etwas Großes auf die Beine stellt und niemand hört hin. In diesem Flusensieb Mini haben wir gleich drei Kapellen, die fast übersehen wurden bei ihren Debüt-Platten. Zunächst ist da ein Erstlingswerk der brutalen schleppenden Sinnlosigkeit Finnlands, dann eine erste EP aus der Welt der alten deutschen Folk-Mythen und zum Schluss noch bärig-italienisches Brot aus der Schweiz mit sanfter Melancholie. Viel Spaß!

 


 

GOD DISEASE – Drifting Towards Inevitable Death

Selten hat eine Death-Doom-Band einen so treffenden Titel für sein erstes Album gefunden wie die Finnen GOD DISEASE mit „Drifting Towards Inevitable Death“. Das unausweichliche Nahen des sicheren Todes wird in der grollenden schweren Macht des urgewaltig überrrollenden Death Metal ausgedrückt. Das langsame Driften ist der Doom Metal, der dem Brutalen eine hoffnungslose Verzweiflung und eine geradezu schmerzliche Langsamkeit beimengt. Wie eine einsame Gestalt, die auf einem Felsen im Meer sitzt und weiß, dass sie dort langsam vergehen wird. Oder aber wie das Leben, in dem es sich ganz genauso verhält. Alles ist so sinnlos! Es wäre zum Schreien, wäre das nicht auch sinnlos! Vortrefflich! (jazz)

 


 

GRENDEL'S SŸSTER – Orphic Gold Leaves

In Deckung Leute, der Bus aus Deutsch-Trueheim fährt an! Und es steigt niemand anderes als die Schwester von Grendel aus (GRENDEL'S SŸSTER)! Aber keine Angst, anders als bei der Verwandtschaft muss man sich nicht fürchten, wenn sie in die lokale Methalle kommt. Anstatt nur herumzubrüllen und die anderen Gäste zu essen, bevorzugt sie es, ein paar nette Liedchen im ganz alten Stile zu spielen und damit die Herzen der Krieger zu erhellen. Epische Tracks, wie die, die man von früher kennt, werden gewürzt mit dem Feeling allseits beliebter Spielmannshows, perfekt, um am Vorabend der nächsten großen Schlacht den Geist baumeln zu lassen! Das Ganze dann noch Deutsch und Englisch, was will man mehr? (DC)

 


 

ORSO – Paninoteca

Brot! Eine einfache, unmissverständliche Liebeserklärung ans Getreidescheibchen stammt vom italienischen Bären ORSO aus der Schweiz. In ihrem Sandwich-Shop, dem Debüt-Album „Paninoteca“, servieren sie progressiven Post-Metal der weniger verschnörkelten, dafür sehr atmosphärischen Art. Völlig ohne Gesang wissen drei Gitarristen, ein Basser und ein Drummer in Welten zu entrücken, die sich vielen Zuhörern wohl erst bei wiederholtem oder konzentriertem Genuss offenbaren werden. Mag die Backware erst noch etwas hintergründig daherplätschern, so zeigen sich doch nach und nach große Emotionen wie sanfte Melancholie und drohende Schwere. Richtig stark schmeckt dieses Lausanner Proggen-Brot! (jazz)


 

Mehr Flusensieb!


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: MADHOUSE
ANZEIGE