Flusensieb Mini #30 – 3 übersehene Platten aus Europa

Veröffentlicht am 26.12.2018

Das Flusensieb versucht jenen Platten eine Stimme zu geben, die leider bisher beim Stormbringer keine Beachtung finden konnten. In dieser Ausgabe machen wir einen Europa-Trip. Der beginnt progressiv verspielt und chaotisch vielseitig in Frankreich, wird alternativ rockig und sehr auf die Vocals konzentriert in Norwegen fortgesetzt, bevor er sein Ende in der Ukraine findet, wo es nur ein Reissue gibt, das aber eine Ode an die unscheinbaren Riesen ist. Viel Spaß!

 


 

DRH – Thin Ice

Der Europa-Trip beginnt im französischen Lyon, wo DRH – ausgeschrieben „Dark Rock Hallucinogène“ – gaaanz dünnes Eis produzieren. „Thin Ice“ heißt ihre Platte, die Progressive Rock bis Metal enthält, der diesen Namen auch verdient. Da wird massiv und chaotisch reingejazzt! Insbesondere das Saxophon sprengt jeden Rahmen von Normalität. Ob dieses trippige Durcheinander nun gefällt, hängt sehr vom Geschmack, aber ebenso von der akuten Stimmung ab. Einmal darauf eingelassen, wird der Bandname Programm und der Rausch heftig. Besser als sie es selbst tun, kann man es eigentlich nicht sagen: „DRH is like a daydream born of the crazy spirit of FRANK ZAPPA, KING CRIMSON and PERIPHERY.“ (jazz)

 


 

VÖÖDÖÖ – Ashes

VÖÖDÖÖ aus Norwegen liefern mit ihrem neuen Album „Ashes“ alternatives Rockfeeling. Jedes Lied reißt einen mit und oft lassen sich bluesige Züge erkennen. Der Sänger Gøran Stavang Skage besitzt eine sehr markante und technisch ausgereifte Stimme, welche einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Meiner Meinung nach besitzt die Band ihren ganz eigenen musikalischen Charakter und brennt sich aufgrund dieses Stils in das Gedächtnis des Hörers ein. Die instrumentale Gestaltung steht aufgrund der großartigen Vocals eher im Hintergrund. Die Drums verpassen dem Gesamtwerk den notwendigen Groove. Fazit: Ein Werk mit ganz individuellem Stil. Hörenswert vom Anfang bis zum Ende. (CAH)

 


 

PAGANLAND – From Carpathian Land

PAGANLAND bringen bereits seit 1997 die karpatischen Wälder, antike Kultur und Geschichte in die Ohren ihrer Hörer. „From Carpathian Land“ serviert knapp 40 Minuten erstklassigen, fesselnden (Pagan) Black Metal. Neben klassischem Black Metal erklingen Keyboards und Flötenklänge, die Melodien blitzen auf wie Lichtstrahlen oder Windstöße im Geäst. PAGANLAND demonstrieren die Dualität der Natur und vertonen ihre inhärente Ruhe und majestätische Schönheit. Gleichzeitig verleihen sie auch ihrer erbarmungslosen und kalten Seite ein Klanggewand. Eine Ode an den unscheinbaren Riesen, der am Ende immer obsiegen wird. Als Dreingabe zum 2016er-Reissue gibt es die 1999er-EP „Gods of Golden Circle“. 4 von 5. (Lord)

 


 

Mehr Flusensieb!


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