Flusensieb Mini #27 – 3 übersehene US-Platten

Veröffentlicht am 12.12.2018

Das Flusensieb Mini ist das letzte Sicherheitsnetz vor dem sicheren Absturz in die Nicht-Erwähnung im Stormbringer. Diesmal wurden drei Platten aus den Vereinigten Staaten gerade noch aufgefangen. Zuerst zeigen ein paar Rocker, dass genug genug ist, wobei sie das sicher nicht auf ihren Auto-Tune-Einsatz bezogen sehen wollten. Dann wird es hart und progressiv, aber die Libellen müssen sich noch orientieren. Zuletzt geht’s AOR-mäßig Richtung Hölle. Viel Spaß!

 


 

ENUFF Z'NUFF – Diamond Boy

Zwei Jahre nach dem schwachem „Clowns Lounge“ veröffentlichen ENUFF Z'NUFF mit „Diamond Boy“ ihr nächstes Studioalbum. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, sich etwas mehr Zeit zu lassen, denn das Resultat klingt nicht überzeugend. Neben den zwar sehr melodiösen (teilweise wieder einmal mit starken BEATLES-Anleihen, so erinnert schon der Opener „Transcendence“ etwas an „Because“), aber mittelmäßigen Songs, ist das größte Problem der zu exzessive Gebrauch von Auto-Tune, der das Album beinahe unanhörbar macht. Schade, denn ansonsten hätte es ganz passabel werden können. Nächstes Jahr soll übrigens das neue Soloalbum von Ex-Sänger Donnie Vie erscheinen. Zwei von fünf Punkten. (BS)

 


 

ANISOPTERA – Spawn of Odonata

Insektuös geht es in Kalifornien zu. Dort fliegen Libellen – vor Ort dann Dragonflies, klingt ja auch viel geiler – herum und erzeugen Progressive Death Metal. ANISOPTERA heißt das Duo, das mit „Spawn of Odonata“ sein erstes Album auf den Markt bringt. Selten walzt, knüppelt oder kloppt es so richtig, sondern überwiegend geht es akustisch einigermaßen glatt über die Bühne. Die Punkte zum Anecken liegen eher in der kompositorischen Komplexität, die absolut nicht ausartet, aber durchaus Reize verstreut. Chaotisch kommt es dadurch allerdings auch daher. Hier befindet sich ein junges Etwas in einer Orientierungsphase. Werden nun gute Wege eingeschlagen, kann daraus etwas sehr Großes werden. (jazz)

 


 

SUNSTORM – Road To Hell

Das fünfte SUNSTORM Album „Road To Hell“ ist eines von denen, die vor sich hinplätschern ohne Tiefen, aber leider auch ohne Höhen. Dabei gibt es nicht wirklich etwas auszusetzen an dem, was Joe Lynn Turner (ehemals bei RAINBOW, YNGWIE MALMSTEEN’S RISING FORCE, DEEP PURPLE etc.), Dennis Ward (PINK CREAM 69, UNISONIC) und Co. hier abliefern. Nette Midtempo-Rocker („Still Fighting“) und Balladen („Everywhere“), sehr guter Gesang, solide, aber unauffällige Melodien, die Produktion ist auch in Ordnung, allein der Funke will nicht so ganz überspringen. Die AOR-Scheibe hätte zwischendurch ein paar Nummern mit etwas mehr Feuer gut gebrauchen können. Neun von fünfzehn Punkten. (BS)

 


 

Mehr Flusensieb!


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