Flusensieb Mini #26 – 3 übersehene Rock-Platten

Text: Jazz
Veröffentlicht am 05.12.2018

Ein Flusensieb fängt Flusen aus der Waschmaschine. Das Flusensieb Mini fängt Platten aus dem Stormbringer-Postfach, bevor sie auf dem Müll landen. Die letzte Besprechungschance Österreichs – leicht überdramatisert! Diesmal gibt es wieder ordentlichen Rock auf die Ohren. Meerkatzige Kreativität zum Beispiel. Aber auch Unwohliges aus einer sehr unwohligen Stadt. Zum Schluss dann noch etwas, das man eigentlich selbst gehört haben muss, um es zu glauben. Viel Spaß!

 


 

LE MUR – Exorta

„Exorta“ schließt die Debüt-Trilogie der Ruhrpott-Rocker LE MUR. Ihre progressiven Klänge sind düster, mehr aber noch sind sie trippig. So ist es nicht schwer, sich eine selten geputzte Bude mit alten Dielen vorzustellen, in der nur ein paar Decken und Kissen, hier und da ein zerlesenes Buch und ein abgegriffenes Musikinstrument herumliegen. Dazwischen drei zottelige Menschen, die nicht so wirklich zu genießen scheinen, was sie sich verabreicht haben. Einig sind sie sich aber. Zum Beispiel darin, dass die Welt ein Jammertal ist, die Zukunft alles andere als rosig und … Lemuren! Ja, Meerkatzen sind der absolute shit! Lasst uns ihre Nacht rückwärts erzählen! Nicht leicht, aber höchst kreativ! (jazz)

 


 

ODDFELLA – OddFella

Eine EP aus ebenjenem Lissabon, dessen Ruf als Touristenziel mir ein intensives „Hä!?“ abverlangt. Nicht weniger als mein überflüssiger Besuch in der Metropole ist auch mein Griff in das CD-Regal danebengegangen. „OddFella“ serviert zwar einen melodischen und tendenziell angedunkelten Rock, der stimmlich und musikalisch einiges kann, aber abgesehen von einer verträumten Gitarrenpassage schwimmen diese Klänge auf dem Tejo an mir vorbei und verschwinden dann in den Weiten des Atlantiks und der Vergessenheit. Wenn Dark Rock jedoch mehr dein als mein Metier ist, dann schwimm hinterher und unterstütze ODDFELLA bei ihrem Vorhaben, dass da lautet: „To be continued!(jazz)

 


 

MONOPHONIST – Über die Freiheit der praktischen Unvernunft

Wenn „Über die Freiheit der praktischen Unvernunft“ sinniert wird, werden sehr professionelle Profi-Musiker benötigt. Die sind bei den deutschen und deutschsprachig textenden Rockern von MONOPHONIST glücklicherweise so was von vorhanden, dass die Verortung im Rock zwar nicht falsch, aber zu knapp wäre. Prog? Ausgewachsener Avant-garde! Oder auch Indipendent Jazzrock, Alternative Mathrock, Intellectual Fusion Punk?! Yeah! Entlassen wir sie aus der Genre-Schneekugel und sprechen über ihre Awesomeness: Haben sie! Viel! Steck deine Nase rein und lass auch ein Ohr da! Oder zwei! Mindestens! Wenn du freaky Stuff magst, der auch noch derbe rockt, dann gib dir dieses skurrile Abbild des Seins! (jazz)

 


 

Mehr Flusensieb!


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