BRAINSTORM - das 'Midnight Ghost' Gangbang-Review

Viele in der Stormbringer-Redaktion (dieses kleine Schreiberlein eingeschlossen) nehmen die mehr oder minder regelmäßigen Rudelbumse zum Anlass, sich auch einmal mit Bands zu beschäftigen, die vielleicht außerhalb ihrer musikalischen Komfortzone liegen, oder die einfach aus irgendwelchen Gründen bisher immer ohne größere Spuren an ihnen vorbeigezogen sind. In meinem Fall waren das nun BRAINSTORM, die mein Ohr, trotz mehrerer Live-Begegnungen und zahlloser gehörter Songs, irgendwie nie wirklich erreichen konnten. Obwohl Andy B. Franck als charismatischer Sänger und durchaus gern gesehenem Gast auf vielfältigen Veröffentlichungen immer wieder wohlwollend in Erinnerung blieb, konnte das Material seiner Stammband BRAINSTORM bei mir nie wirklich zünden. Ob das vorliegende „Midnight Ghost“, das inzwischen, wenn ich richtig mitgezählt habe, bereits zwölfte Album der Band, dies wohl ändern kann? Wir werden sehen.

Mit dem Opener „Devil's Eye“ stimmen die Heidenheimer jedenfalls schon einmal versöhnlich, fetzt der Song doch vom Fleck weg im Uptempo los und kommt dabei nicht nur ziemlich breitwandig, sondern auch reichlich ohrwurmig einher. „Revealing The Darkness“ und „Ravenous Minds“ nehmen das Tempo wieder ein wenig heraus und präsentieren die übliche BRAINSTORM-Kost wie wir sie kennen – gediegenes Midtempo, starke Riffs und einigermaßen episch intonierter Refrain. Zwar stark und wirklich gut gemacht, doch exakt das, was man von den Deutschen bisher schon immer so oder so ähnlich gehört hat. „The Pyre“ bricht sodann tempotechnisch wieder aus, ehe der Longtrack „Jeanne Boulet (1764)“ mit schön gewobenem Spannunsbogen punkten kann, aber durch die schiere Länge dann doch ein klein wenig sperrig rüberkommt.

Die zweite Hälfte des Albums liefert wieder Fan-Futter deluxe, lediglich der Ohoh-Refrain des stampfenden „Four Blessings“ mag durch seinen anbiedernden Unterton nicht so recht ins Gesamtkonzept des Albums passen. Abgesehen davon, bringen die restlichen Titel von „Midnight Ghost“ aber eigentlich alles mit, wofür man sie als Freund solcher Klänge eigentlich mögen müsste – alleine, am Öhrchen dieses kleinen Rezensenten rauschen sie, nach ein bis zwei zunächst recht vielversprechenden Durchläufen, dann doch wieder sang- und klanglos vorbei, ohne dass sich irgend etwas wirklich festsetzen kann.

Woran das liegt? Ich kann es euch nicht beantworten. Nüchtern betrachtet, bieten BRAINSTORM eigentlich alles, was man als Fan starken, unkitschigen Powermetals klangtechnisch bevorzugt und auch die wieder einmal extrem starke Produktion von Seeb (ORDEN OGAN) gefällt – dennoch gibt es da irgend einen Schalter im Gehirn, den BRAINSTORM nicht und nicht umzulegen vermögen. Es bleibt, trotz ein paar guter, flotterer Titel, ein Album, das einfach nicht wirklich mitzureißen vermag. Zumindest mich nicht. Aber ich hab es wenigstens versucht. Wirklich.

3 / 5 - Anthalerero

 


Inhaltsverzeichnis:

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Seite 3: Christian Wilsberg
Seite 4: Marc Folivora
Seite 5: Walter Thanner
Seite 6: Anthalerero
Seite 7: Lisi Ruetz
Seite 8: Fazit


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