BRAINSTORM - das 'Midnight Ghost' Gangbang-Review

Es ist das erste Mal, dass ich bei einem dieser legendären Gangbangs mitmachen darf. Ein bißchen nervös bin ich schon, zugegebenermaßen, doch das vorliegende Album in meinem musikalischen Komfortbereich macht den Einstieg ein wenig leichter. So spritze, ich meine natürlich, spitze ich meine virtuelle Schreibfeder, um mich im Kreis meiner illustren Kollegen über das neue Werk von BRAINSTORM auszulassen. Auf den Titel „Midnight Ghost“ hört es und schon das Cover weckt Erinnerungen an finstere Märchengestalten.

Unbestritten ist die Tatsache, dass Andy B. Francks Stimme zu jenen mit dem größten Wiedererkennungswert in Deutschland gehört. Gefühlt hatten BRAINSTORM in den vergangenen Jahren aber nicht immer das große Songwriting-Los gezogen, hatte sich doch eine gewisse Routine und ein damit einhergehendes Wiederholen bekannter und eingeschliffener Muster eingestellt. Davon befreien sich BRAINSTORM schon im schnellen Opener „Devil's Eye“, das mit gut gesetzter Symphonik punkten kann. Auch das nicht minder schnell geratene „The Pyre“, das ein wenig an HELLOWEEN erinnert, bleibt recht schnell hängen. Generell lässt die Band den Arrangements etwas mehr Raum als früher, was sie aus dem puristischen Eck endlich etwas heraushebt, jedoch ohne sie dabei allzu stark in eine kitschig-melodische Ecke zu rücken. „Ravenous Minds“ und „Haunting Voices“ sind klassische BRAINSTORM-Nummern, die Andy B. Francks Stimme dank der kristallklaren Produktion von Sebastian „Seeb“ Levermann besonders gut zur Geltung bringen. Außerdem wirken sie trotz den verwendeten, längst zu BRAINSTORM-Trademarks gewordenen Mustern, irgendwie frischer und weniger gekünstelt, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Der Midtempo-Brecher „Jeanne Boulet (1764)“ überzeugt trotz Überlänge mit großem Spannungsbogen, dass keine Langeweile aufkommt. Nicht zuletzt können sich auch die simplifizierten Refrains wie das mitsingtaugliche „Four Blessings“ oder das stampfende „Divine Inner Ghost“ hervortun, sodass sich ein abwechslungsreiches und doch rundes Album ergibt.

BRAINSTORM schaffen mit „Midnight Ghost“ einen guten Mittelweg zwischen etwas mehr Epik und dem bekannten, eher einfach gehaltenen BRAINSTORM-Sound. Ich muss sagen, das steht der Band wirklich gut zu Gesicht und lässt sie weitaus frischer und energiegeladener wirken. Vor allem die Songs in denen das Tempo etwas höher gehalten ist, können auf „Midnight Ghost“ überzeugen und geben diese gewisse Würze hinein, die man von BRAINSTORM in ihren Anfangstagen kennt. Wenn das keine gelungene Überraschung ist!

4 / 5 – Marc Folivora

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Christian Wiederwald
Seite 3: Christian Wilsberg
Seite 4: Marc Folivora
Seite 5: Walter Thanner
Seite 6: Anthalerero
Seite 7: Lisi Ruetz
Seite 8: Fazit


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