Flusensieb Mini #08 – 3 übersehene Metalcore-Platten

Text: Jazz
Veröffentlicht am 29.08.2018

Das Flusensieb Mini rettet hier bei Stormbringer Platten davor, unkommentiert wieder zu verschwinden. Diesmal dreht sich alles um den Metalcore und seine Varianten. Dafür geht es zunächst in den weltwunderlichen Tempelbezirk, in dem es lichterloh lodert, bevor ein alter Chiptuner im Duett Djenter wird. Abschließend gibt es dann noch richtig typischen Metalcore, der sich aber vor diesem Begriff so was von gar nicht verstecken muss. Viel Spaß!

 


 

THE BLACK PASSAGE – Herostratos

In Ephesos stand einst ein Artemis-Tempel, der so gigantisch war, dass man ihn heute zu den sieben Weltwundern der Antike zählt. Vor 2374 Jahren war dort ein Mann auf der Suche nach Unsterblichkeit. Er fand sie dadurch, dass er den Tempel in Brand steckte. So kennen wir noch heute seinen Namen: „Herostratos“. Über den von Modern und Melodic Death Metal getragenen Metalcore des süddeutschen Quintetts THE BLACK PASSAGE sagt das vor allem aus, dass sie sich trotz ihres Genres nicht mit oberflächlichen Themen begnügen. Überhaupt ist der Sound auf ihrer zweiten LP voll, stark und reif – kein Kindercore, sondern eher dem eindeutig entwachsener Metal. (jazz)

 


 

HEPTAEDIUM – The Great Herald Of Misery

Einen ganz anderen Ansatz für ihren Metalcore verfolgen die französischen HEPTAEDIUM. Das flippige Chiptune-Metier hat der Solokünstler Florent Lambert leider verlassen und begibt sich jetzt mit neuer Verstärkung durch Mickaël Ratinaud in krasseste Djent-Gefilde. Der Mathcore bleibt. Heraus kommt „The Great Herald Of Misery“: eine weitgehend solide Platte, die aber angesichts vergangener Genialitäten wie „Underground Business“ von 2016 etwas unkreativ daherkommt. Zu gerne würde ich erneut mit HEPTAEDIUM durch alte 2D-Videospielwelten hüpfen. Dann könnte ich auch gut verzeihen, dass die Platte keine 27 Minuten lang ist. So bin ich nicht bereit, das eine LP zu nennen, nicke aber im Takt mit. (jazz)

 


 

SONIC SKIES – Drifter

Gerade möchte ich fragen, ob es denn keinen ganz normalen Metalcore mehr gibt, da schiebt sich „Drifter“ von SONIC SKIES in mein Ohr. Während andere versuchen, sich aus dem Core zu bedienen, ohne mit dem Genre in Verbindung gebracht zu werden, setzen sich die Hamelner mit voller Absicht mitten in den Haufen. Das können sie auch, denn sie können es! Definitiv sind sie nicht die tausendste Truppe, die das gleiche Genregewäsch durchkaut, sondern haben ein großartiges Gespür für ihren eigenen Sound, der zwar leise Töne zulässt, aber Metalcore bleibt. Überragend ist aber vor allem Sebastians Stimme, die in etwa gleichen Teilen Metal-, Hard- und Post-Hardcore mitbringt. Next big hit in metalcore! (jazz)

 


 

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