Bourbon Boys - Hail To The Chief

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VÖ: 18.10.2013
Bandinfo: Bourbon Boys
Genre: Folk Rock
Label: Despotz Records
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Lineup  |  Trackliste

Die schwedischen Country Rocker (früher) respektive, äh, Countryboys von den BOURBON BOYS hier mit ihrem Zweitwerk "Hail To The Chief". Das Debüt soll laut Infozettel noch rockiger gewesen sein, hier auf dem Zweitling allerdings lässt man die Verzerrung außen vor und klimpert fröhlich im Mainstreamcountry herum. Klar, Label und Promo sprechen von unzähligen Einflüssen, von CCR´s John Fogerty über Bob Seeger bis hin zu den Rolling Stones.

Mag sein und ist auch so.

Und das Album fängt auch richtig gut an. Der Titeltrack könnte auch gut und gern von Hank dem III stammen, oder von Hal Ketchum oder Toby Keith. Klasse Melodie, typische Countryrockgitarre und fetter Chorus. Sowas erinnert mich an meine Zeit in den Südstaaten, flirrende Hitze, ewige Pinienwälder und Country FM im Radio. "4x4", das zweite Stück hat den Anfang eins-zu-eins von Hal Ketchum´s "Point Of Rescue" übernommen, in der Strophe findet sich dann aber eine superbe erzählerische Coolness.

Gefallen tut auch der Gesang von Frontcowboy Hulkoff, rau, sicher und, um mit der Terminologie der Dortmunder Metal-Presse schwanger zu gehen, von Whiskey und selbst gerollten Zigaretten getoasted. "Son Of The North", und da isser, der John Fogerty. Dafür ist der Text sensationell schlecht. Es hätte wohl auch der Untergang der abendländischen Musik, der Murauer Volxwedel Andreas „wo da Handschlag noch was zählt“ Gabelstapler Probleme, einen so aufgesetzt üblen Text zu schreiben.

"Don´t Tread On Me" wurde am Anfang von den Stones gest..., äh, ich meine inspiriert. Klingt wie, nein: ist wie: "Start Me Up" von Britanniens zweitwichtigster Band der 60er-Jahre.

Bis dahin kein Ausfall, Songs Eins und Zwei sogar sehr gut, aber, und da stehe ich dazu: Kein weißer Musiker der 10-er Jahre kann den Blues singen. Und genau so verzichtbar klingt "Broken Badboy Blues". Mittelschichtblues nenne ich das. Und ist eine absolute Frechheit.
Das darauf folgende "Proud To Be A Redneck" hat zwar einen Scheißtext aber auch einen angenehmen Drive. Das ist Toby Keith in Reinkultur. Bar jeglicher musikalischer Inspiration aber trotz alle dem ein lässiges Lied. Auch schön dass der Chanteur hier den südstaatenspezifischen Slang mit übernimmt ("thing" wird wie "thang" gsungen).

Ein paar Songs kommen noch, die Stilrichtung wird nicht geändert. Die aus Haparanda in Schweden stammende Band nagelt ihren "dieselpowered countryrock" kurzweilig und musikalisch einwandfrei auf das Album. „Wolverine“ hat einen coolen Chorus und „The Viper“ ist gar für die gegenständlichen Verhältnisse richtiggehend hart

Eigentlich eine ganz brauchbare Musik um im Sommer die staubigen, endlosen Highways der südweststeirischen Schilcherregion dahin zu cruisen. Ein Album welches nicht aufregt, gut gespieltist , aber nach den 13 Songs ist das Bedürfnis, nach Texas auszuwandern nachwievor ein geringes.Bei uns im Zentrum Europas heißt es „volkstümliche Musik“, ein paar tausend Miles (see what I did here?) westwärts heißt es eben „Country“.

Wer weiß was ich mit diesem Abschlusssatz meine, darf sich freuen, ärgern oder der John Otti Band zuhören.

Y´all have a terrific day!







Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (16.10.2013)

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