Victorius - The Awakening

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VÖ: 22.03.2013
Bandinfo: Victorius
Genre: Power Metal
Label: Sonic Attack
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Lineup  |  Trackliste

Mein erster Gedanke beim Hören von "The Awakening" war, dass ich es hier wohl mit einer gleichnamigen Truppe zu tun habe. An VICTORIUS' Debüt "Unleash The Titans" von 2010 erinnerte ich mich noch gut. Es war ein solides, leicht überdurchschnittliches Werk, so dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass "The Awakening" von derselben Band stammt. Doch genau so ist es aber und ich kann sagen, VICTORIUS haben in den letzten zweieinhalb Jahren nicht einfach nur eine enorme musikalische Entwicklung hingelegt, sondern förmlich einen Quantensprung gemacht – einen Quantensprung an die Spitze des Genres.

"The Awakening" ist von der ersten bis zur letzten Minute Melodic Power Metal vom Feinsten. Ausnahmslos jeder Song geht gut ins Ohr und einige können sich auch für länger dort einnisten. Die Stücke basieren auf geradlinigen Strukturen, eingängigen Melodien und hervorragend in Szene gesetzten Höhepunkten. Dennoch ist das Album abwechslungsreich genug, um keinen schon-mal-gehört-Effekt auszulösen. Der Opener "Age Of Tyranny" bläst einem mit wuchtiger Speed-Metal-Energie die Gehörgänge frei, während "Starfire" von der einprägsamen Hook und dem starken Refrain profitiert. Der Titeltrack "The Awakening" ist mit dezenten progressiven Elementen etwas vielschichtiger gehalten, "Lake Of Hope" überzeugt mit epischer Ausrichtung und opulenten Chorpassagen und "Under Burning Skies" marschiert mit einer sich regelmäßig steigernden Intensivität, die sich schließlich in einem hymnischen Höhepunkt entlädt.

Das sind alles tolle Songs, die außerdem zumeist auf völlig unterschiedliche Marks setzen. Aber auch in der zweiten Albumhälfte verbirgt sich manches Genre-Highlight. "Black Sun" ist zwar insgesamt emotional gehalten, bekommt aber auf den Refrain hin wieder eine schöne Intensitätssteigerung. Gemäß dem Titel ist "Demon Legions" düsterer gehalten, was erneut eine intelligente Variation ins Songwriting bringt. Meine Favoriten im zweiten Abschnitt sind aber das flotte "Through The Dead Lands", ein ausgezeichneter Melodic-Power-Metal-Track, das kraftvolle "Call For Restistance" und "Metalheart". Letzteres ist eigentlich mehr ein True-Metal-Song, aber so gut ausgearbeitet, dass selbst den Herren von MANOWAR und MAJESTY beim Hören noch manche Freudenträne aus den Augen laufen müsste. Und durch die Platzierung am Ende des Albums bekommt man auch den genialen Höhepunkt so schnell nicht wieder aus dem Kopf.

Beim Vorgängeralbum habe ich noch den Gesang von David Baßin bemängelt. Auch in dem Bereich ist eine deutliche Steigerung zu vernehmen. Die Töne sitzen stets an der rechten Stelle und die Intensität des Gesangs ist auch besser geworden. Die Ausdruckskraft könnte noch ein wenig ausgeprägter sein, aber durch die starken Choräle und die mehrstimmigen Refrains wird das wieder wett gemacht. Auf der instrumentellen Seite gibt es gar nichts zu meckern.

VICTORIUS haben sich zwischen den beiden Alben in jedem Bereich enorm gesteigert, vor allen Dingen aber beim Songwriting. Ich weiß gar nicht, wo sie all diese guten Ideen hernehmen, die sie zudem auch noch auf ein einziges Werk gebannt haben. "The Awakening" ist ein vielversprechender Kandidat für das beste Melodic-Power-Metal-Album dieses Jahres und bekommt deshalb auch die von mir äußerst selten vergebene Höchstwertung.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Django (19.03.2013)

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