TURBOBIER - Das Leben is ein Oaschloch - Lagersession

Bandinfo: TURBOBIER

Genre: Punk
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup | Trackliste
Manchmal braucht es nicht viel: einen Lagerraum, ein paar Kisten und einige Songs vom aktuellen Album „Das Leben is ein Oaschloch“ – und schon wird aus einer Punkrock-Nummer eine kleine, feine Akustiksession.
Die Jungs von TURBOBIER haben fünf ausgewählte Songs als Lagersession eingespielt und dabei meiner Meinung nach genau jene Nummern herausgepickt, die zu den Highlights des Longplayers zählen.
Es ist doch immer wieder erstaunlich, was passiert, wenn man einem Song Tempo, Lautstärke und einen Teil seiner Härte nimmt und ihm dafür eine ruhigere, fast schon intime Atmosphäre verpasst. Plötzlich hört man genauer hin. Melodien bekommen mehr Raum, Texte wirken unmittelbarer und aus bekannten Songs werden manchmal fast neue Stücke. Akustik geht folglich immer!
Besonders „Du bist mir passiert“ scheint geradezu für diese Umsetzung gemacht zu sein. Die Nummer trägt ihre Emotionen ohnehin schon offen vor sich her – in dieser reduzierten Version kommt sie aber noch ein Stück näher. Und genau das ist für mich das Schöne an Akustiksets: Sie nehmen einem Song nichts weg, sondern legen oft etwas frei, das im großen Sound ein wenig verborgen bleibt.
Spannend sind aber auch die anderen Tracks, die durch die neue Umsetzung eine ganz andere Klangfarbe bekommen. Man kennt die Songs, und trotzdem entdeckt man plötzlich neue Facetten. Das macht diese Lagersession so sympathisch – sie klingt nicht nach „Wir spielen unsere Songs halt auch einmal leise“, sondern nach einer kleinen musikalischen Auszeit, bei der man den Eindruck bekommt, ein bisschen mit dabei zu sein.
Für einen Schmunzler sorgt natürlich auch der Einwurf „unintelligent“ von Marco Pogo, den sich vermutlich schon die eine oder andere Person beim Original gedacht hat.
Die Songs sind überall zu finden, wo es Musik gibt – auf Spotify und Co. Ich möchte trotzdem einmal ganz klar dafür plädieren, solche Sachen auch physisch zu besitzen. Denn gerade Musik, die so persönlich und unmittelbar daherkommt, hat es verdient, nicht nur irgendwo in einer Playlist zwischen 500 anderen Songs zu verschwinden.
Eine starke Leistung der Punker, die nicht nur jedem der fünf Songs einen neuen Charakter einhauchen, sondern dabei auch selbst eine ganz andere Seite von TURBOBIER zeigen.
Und ganz ehrlich: Fünf Lieder sind dafür eigentlich zu wenig. Davon könnte man gerne noch viel, viel mehr hören!
