GRIM JUSTICE - Justice in the Night

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VÖ: 25.11.2022
Bandinfo: GRIM JUSTICE
Genre: Heavy Metal
Label: Independent
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Wenn der Vollmond am Himmel steht und ein blauer Schleier die Stadt umhüllt, dann kommt die Wahrheit ans Licht - dafür sorgt GRIM JUSTICE. Seit 2010 treibt sich die Hard & Heavyband in europäischen Bars und Clubs herum und schmeißen heuer ihr drittes Studioalbum in die Metalwelt hinaus. Mit „Justice in the Night“ erzählen sie Geschichten von Scheinheiligkeit der Menschen und mordlüsternen Bestien, die nachts ihr Unwesen treiben. DORO-Fans und Liebhaber des klassischen Heavy Metals aufgepasst, denn besonders für euch wird es interessant sein, was das Wiener Quartett einen bereithält.

Dieses Mal fassen GRIM JUSTICE die dunkle Seite ins Auge und singen über zwielichtige Menschen, furchterregende Kreaturen der Nacht und geisterhafte Häuser. Zum Beispiel hat der Song „Justice in the Night“ eine Message, die so simpel, wie auch genial klingt. Hier wird über die Scheinheiligkeit von Menschen gesungen, die ihr wahres Gesicht erst zeigen, wenn die Nacht hereinbricht. „Curse of the Moon“ lassen Werwölfe keine Gnade walten und töten jene, die ihn vor die Schnauze laufen. Seien es Unschuldige, Kranke oder Schwache, keiner ist gefeit vor der Gewalt des haarigen Nimmersatts. Die Wiener Band erzählt Geschichten, auf eine schöne Art und mit wenigen Worten – eine Methode, die man erst einmal beherrschen muss.

Was den Liederaufbau betrifft, nehmen sie sich mehr Zeit. Im Album sind kaum Lieder dabei, die unter vier Minuten ihr Ende finden und man würde meinen, dass das für Langeweile sorgt. Nichts da! GRIM JUSTICE bieten Gitarrenduetts, stimmige Gesangseinlagen („Dark Soul“) und schlagen im richtigen Moment Gitarrensolos in die Saiten („House The Shadows“). In der Rockballade „Hey Angel“ treffen alle Stärken der Band aufeinander und machen das Lied zu einer Hammernummer, die fit fürs Radio wäre.

DORO-Fans können hier einen neuen Sound für unterwegs finden, denn die Stimme der Frontfrau Michela macht einem Feuer unterm Hintern. Von angenehm warm bis heftig heiß singt sie sich durch das Gesangsrepertoire der Heavy Rockszene. Ihre gesanglichen Highlights sind im Album verstreut und kommen in verschiedenen Arten zum Vorschein, sei es der explosionsartige Aufschrei im „House in the Shadows“, der bissige Unterton in „Curse of the Moon“ oder der warmherzige Stimmenklang bei „Hey Angel“. Die Frontfrau besitzt Power und weiß auch, wie man sie einsetzen kann.
Was aber einem sauer aufstößt, sind die gelegentlichen Brüller wie zum Beispiel bei „Argus“, sie wirken gefühlsmäßig fehl am Platz und verwirren einen.

„Justice in the Night“ ist leichte Kost für jene Fans, die sich nach der guten alten Schule sehnen. Wenn man von guter Heavy Metalmusik spricht, kann man GRIM JUSTICE im gleichen Atemzug mit DIO, RAINBOW, BLACK SABBATH und DORO auf jeden Fall erwähnen. Nur ist nicht alles perfekt - dabei denke ich an die deplatzierten Brülleinlagen, die hätte man sich ersparen können. Die Rockballade würde ich gerne im Radio hören, aber da befürchte ich, dass die stolze Spiellänge von mehr als sechs Minuten ein bisschen zu lang sein wird. Abgesehen davon ist das Songwriting spitze, der Sound top und die Texte mitreißend – meine Musik für lange Spaziergänge bei Vollmond.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (23.11.2022)

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