REVOCATION - Netherheaven

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VÖ: 09.09.2022
Bandinfo: REVOCATION
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Die letzten Scheiben von REVOCATION waren eine ziemliche Achterbahn: „Revocation“ (2013) war ein mäßig ansprechender Ausflug in die Prog-Ecke, das folgende „Deathless“ (2014) konnte wieder mit heftigeren Riffs punkten, bevor „Great Is Our Sin“ (2016) den vorläufigen Höhepunkt der Band mit einem feinen Mix aus technischem Anspruch und Eingängigkeit darstellte. Danach kam mit „The Outer Ones“ (2018) ein Album mit starkem Fokus auf der Death Metal-Seite, das jedoch nicht so recht zünden konnte. Eine spannende Frage also, wohin denn jetzt die Reise mit „Netherheaven“ gehen sollte…

Der Einstieg ist zunächst einmal – wie bei eigentlich allen Alben der Band, Opener können sie anscheinend – wieder recht stark. „Diabolical Majesty“ kommt gleich frontal mit einem fetten Riff aus Death und Black Metal, mit eingestreuten Prog-Breaks und den bekannten Solo-Frickeleien. So kennen wir REVOCATION! Das folgende „Lessons In Occult Theft” kann sich dagegen in keiner Weise abheben, und auch „Nihilistic Violence“ startet recht verhalten, bevor es zu einem geilen Uptempo-Riff ausartet. „Strange And Eternal“ ist der definitive Scheiben-Höhepunkt, der mit Highspeed-Parts, starken Thrash Death Anklängen und einem feinen vertrackten Prog-Riff punktet.

Dagegen schlägt „Galleries Of Morbid Artistry” in eine komplett andere Kerbe, der fast schon ruhige, düstere Song atmet sowohl beim Riffing als auch bei den Akustik-Parts tiefschwarze DISSECTION-Luft. „The 9th Chasm” ist ein ganz nettes Prog Death Instrumental mit dem einen oder anderen geschmeidigen Riff, aber ohne einen richtigen Höhepunkt. Dann gibt es wieder einen Kurswechsel – „Godforsaken“ ist ein Groove-Brecher in bester BLACK DAHLIA MURDER-Manier (dem leider verstorbenen Fronter der Kollegen, Trevor Strnad, ist übrigens auch die ganze Scheibe gewidmet. RIP.) Mit „The Intervening Abbyss Of Untold Aeons” und „Re-Crucified” wird dann wieder aufs Gaspedal gedrückt, und damit wieder der Anschluss an den treibenden Beginn der Scheibe gefunden.

Auf „Netherheaven“ zeigen REVOCATION punktuell wieder mal was sie alles gut können – den treibenden, technischen Death Metal mit der einen oder anderen Prog-Feinheit. Leider bleiben diese Momente in der Minderheit, und über das Album hat man mit den vielen unterschiedlichen Songs und Ansätzen etwas den Eindruck, dass die Band selber keinen genauen Plan hatte, wo es hingehen soll. Damit ist „Netherheaven“ aufgrund der doch vorhandenen paar Höhepunkte etwas über den Vorgänger zu stellen, auf das Optimum – das die Jungs um Dave Davidson sicher draufhaben – fehlt hier jedoch noch ein Stückchen.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (22.09.2022)

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