HARTMANN - Get Over It

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VÖ: 16.09.2022
Bandinfo: Hartmann
Genre: Melodic Rock
Label: Pride & Joy Music
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Lineup  |  Trackliste

Mit "Get Over It" bescheren uns HARTMANN ihren siebten Longplayer und haben uns diesmal auch knackige sieben Jahre warten lassen. Trifft natürlich nicht ganz zu, wenn wir den "15 Pearls And Gems" Release nicht ausklammern, der teilweise neues Material beinhaltete. Nach dem Debüt von 2005 ist das neue Werk tatsächlich das erste, wo Sänger, Namensgeber und Gründer Oliver Hartmann wieder das Cover ziert. Ist das etwa ein Wink mit dem Zaunspfahl, dass sich der Sound von "Get Over It" in Richtung des Debüts bewegt? 

Beim Opener "Remedy" können wir diese Frage getrost mit Nein beantworten, denn HARTMANN machen keine Reise in die Vergangenheit, sondern bedienen sich an allem, was ihr Schaffen so hergegeben hat über die Jahre. "Remedy" würde ich als sehr klassischen straightforward Opener bezeichnen, wie man ihn durch die letzten Releases gewohnt ist. Druckvoller Rhythmus, schöne Energie, treibende Strophen und ein ohrwurmtauglicher Refrain, der durch den mehrstimmigen Gesang zu überzeugen weiß. Hier hat Ina Morgan im Background einen grandiosen Job abgeliefert. "One Step Behind" bindet die Akustikgitarre ein und strebt einen etwas ernsthafteren Ton an, der direkt einen schönen Kontrast zum fröhlichen Opener bietet. Olivers rauchige Stimme zeigt sich wieder in ihrer großen Vielfalt und weiß auch dieses Stück zu tragen. Schon der Opener hatte zumindest einen leicht bluesigen Touch, doch "One Step Behind" lässt sich noch eher in diese Richtung einordnen. Der von HARTMANN bekannte melodische Hardrock wird auf "Get Over It" das ein oder andere Mal mit dem Blues in einen Topf geworfen, was Songs wie "What You Give Is What You Get" oder "The Movie's End" nochmal eindrucksvoll unterstreichen. Es bringt dem Sound insgesamt mehr Groove, nimmt ihm aber zumindest in meinen Ohren etwas die Leichtigkeit und wirkt dadurch leicht zerfahren in den Hooks. Die Ballade "In Another Life" trifft leider ganz und gar nicht meinen Nerv und offenbart einen Kaugummieffekt, der sich gewaschen hat. Irgendwie springt hier der Funke nicht über, der mich emotional zu packen weiß. 

"Just Drive" könnte dann fast schon eine Hommage an BRUCE SPRINGSTEEN sein, plätschert mir persönlich aber zu sehr dahin und weiß nicht so richtig, wo es eigentlich hin will. Nachdem die zweite Ballade "Can't Keep Away From You" leider einen ähnlichen Effekt wie die erste Ballade auf mich hat, schafft es "Stay True To Me", mich in seinen Bann zu ziehen. Gerade die Melodiebögen in der Hook wissen mich zu begeistern und verdeutlichen einmal mehr, was für ein begnadeter Sänger Oliver Hartmann ist. Leider kann mich "Get Over It" insgesamt nicht wirklich überzeugen und verliert zwischendurch immer wieder den roten Faden. Ist es jetzt Blues oder astreiner Melodic Rock? Am Ende ist es eine Mischung von beidem, was ja durchaus funktionieren kann, aber A bin ich dem Blues persönlich nicht so zugewandt und B schaffen es HARTMANN in dieser Kombination nicht mehr, diese leichten Melodien an den Mann (oder die Frau) zu bringen. "Get Over It" wird für mich in der Diskografie von HARTMANN wohl leider Gottes einen nicht nennenswerten Platz einnehmen. 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Sonata (22.09.2022)

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