PURE MASSACRE - Pure Massacre

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VÖ: 03.09.2022
Bandinfo: PURE MASSACRE
Genre: Death Metal
Label: Neckbreaker Records
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wie heißt es so schön? Unverhofft kommt oft...und genauso unverhofft stolperte ich durch puren Zufall bei Facebook über einen Beitrag, der das Cover der Debütscheibe des sachsen-anhaltischen Quintetts präsentierte. Das Bild faszinierte mich auf den ersten Blick. Also die Recherche-Maschine angeworfen – in den Stormbringer-Promo-Regalen fand sich nichts – aber bei Bandcamp ist die Truppe vertreten. Dort bot sich auch die Möglichkeit, schon mal in einen Track hineinzuhören. Nach dessen Erstlauschung war für mich klar, diese Scheibe muss ich rezensieren.

Der Kontakt zu den Zerbster Todesblei-Zelebrierern war schnell hergestellt und kurze Zeit später lag die Promo auf meinem virtuellen Schreibtisch, bereit in den virtuellen CD-Player zu wandern und dort Runde um Runde zu drehen. Denn in der Tat läuft das selbstbetitelte PURE MASSACRE-Erstwerk bis zu diesem Review in schwerster A-Rotation!

Die hier zu betrachtenden Probanden sind allesamt keine unbeschriebenen Blätter mehr und hatten, als sie sich unter dem PURE MASSACRE-Banner zusammenfanden, absolut klar vor Augen, welche Art von Musik sie machen wollten. Soll heißen, man wollte nicht als "...67ste HM2-Swedish-Style-Kopie oder der 83ste US-Brutal-Death-Klon..." durchgehen. Vielmehr haben sich die fünf Herren dem klassischen, wunderbar old-school daherkommenden Death Metal verschrieben, der versucht, das Beste aus allen todesmetallischen Welten zu vereinen.

Diesen selbst aufgestellten Anspruch erfüllen PURE MASSACRE auf ihrem Debüt definitiv. Anstatt permanent irgendwelche Vergleichsbands im Ohr zu haben, ist es beim Hören der acht Stücke eher so, dass einem der Sound, das ein oder andere Riff, diese oder jene Hookline oder mancher Groove angenehm vertraut vorkommen, ohne dass das Ganze in plagiative Untiefen abrutscht.

So startet der Opener "Along The Bloodred Path" mit ordentlich Schmackes (aber ohne in chaotisches Geknüppel auszuarten) und intensiver Elchtod-Schlagseite, ehe die Saitenfraktion nach dem Break und dem Tritt auf die Bremse gleich mal zeigt, wie man ein geiles, melodisches Solo zockt. Anschließend werfen PURE MASSACRE die Groove-Maschine an und betreiben ordentlich Schädelspalterei, ehe gegen Ende hin, die Geschwindigkeit noch mal angezogen wird. Ein wirklich gelungener Einstand!

Auch die weiteren Stücke sind äußerst abwechslungsreich geraten und enthalten tatsächlich beinahe die gesamte Bandbreite dessen, was sich heutzutage alles so hinter dem Label Death Metal verbirgt. Von Melodeath und ordentlich blastenden Passagen über schwedische Versatzstücke sowie Death Doom Parts bis hin zu alles zerstörenden Bolzenwerfer-Groove-Walzen bekommt die geneigte Hörerschaft mit Faible fürs tödliche Schwermetall so ziemlich alles geboten, was das verrottete, schwarze Herz begehrt.

Es fällt nicht leicht, einzelne Titel herauszuheben, aber wenn ein paar Stücke mit absoluten Hit-Qualitäten genannt werden sollen, dann sind das ganz klar (neben dem Opener) "In Blood And Flames", der Titeltrack, "The Awakening" und "A Rising Darkness".

Fazit:

Wow! PURE MASSACRE legen mit dem selbstbetitelten Dreher ein rundum gelungenes Erstwerk vor. Ob Songwriting, instrumentale und technische Umsetzung oder die arschgeilen Growls von Fronter Michael, das Quintett aus Mitteldeutschland lässt auf seiner Langrillen-Jungfernfahrt nichts anbrennen. Besonders großes Lob für den erstklassigen Sound und die hervorragende Produktion, die von PURE MASSACRE nicht nur in Eigenregie, sondern auch komplett eigenfinanziert auf die Beine gestellt wurde. Chapeau meine Herren, das war eine reife Leistung! Bitte weiter so.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (14.09.2022)

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