HÄRDROCKER - Rider of the night

Artikel-Bild
VÖ: 24.06.2022
Bandinfo: HÄRDROCKER
Genre: Speed Metal
Label: RipRide Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Mexiko, das Land der traumhaften Strände und schönen Naturlandschaften…was uns zumindest Reisebüros versprechen. Dabei hat es viel mehr zu bieten, heftige Tequilasorten, eine hohe Kriminalitätsrate und Korruption bis ins höchste Amt – genau der richtige Nährboden für eine aufblühende Metalszene. Mitten im Wahnsinn, zwischen schöner Natur und hässlicher Gewalt, gedeiht der Metal Underground, aus dem jetzt eine ganz besondere Band entsprungen ist. Die Rede ist von HÄRDROCKER, eine Ein-Mann-Band die mit ihrem Debüt „Rider Of The Night“ alle Register gezogen hat, um ein klasse Speed Metalalbum auf die Beine zu stellen. 50 Minuten lang wird eine ordentliche Portion roher Power auf die Ohren geschmettert – und zwar im klassischen Stil der Achtziger Jahre.

Old but gold lautet seine Devise und damit trifft er auf den Geschmack der Speedjunkies. In Mitteamerika wird den Klassikern der Achtziger Jahre noch immer gehuldigt und auf neue Trends wie Djent, Death- oder Metalcore gepfiffen. Für HÄRDROCKER dient der British Heavy Metal als Vorlage und wird mit mexikanischer Schärfe verfeinert. Nach gründlichem Studieren der altehrwürdigen Metalgrößen ist dem Gründer Moy die Idee gekommen, selbst Lieder zu schreiben, und hat rausgepickt, was ihm gefällt: die Rock´n´Roll-Attitüde von MOTÖRHEAD, den Wumms von JUDAS PRIEST und die bissige Wortklauberei von VENOM. Das Ergebnis seiner daraus sind Hammersongs wie „Rocker“ oder „Outlaw“, die vor Nostalgie triefen.
HÄRDROCKER pimpen ihren Sound noch mit einer kräftigen Ladung Speed. Sie tuckern mit 180 Sachen auf der Straße, ohne Rücksicht auf Verluste. Wer auf der Suche nach einem gemütlichen Roadtrip in Midtempo sucht, stößt hier auf taube Ohren, die Riffs kommen wie aus dem Maschinengewehr geschossen und erleiden, während des 50-minütigen Dauerfeuers, nie Ladehemmungen. Egal ob “666 cc”, “Rider Of The Night” oder „Demonz Axe“, sie sind alle Schmankerln, die Speedjunkieherzen schneller schlagen lassen.

Bei der Geschwindigkeit reicht für den Schlagzeuger die Zeit nicht aus, um komplexen Zwischenspielfirlefranz auf den Trommeln zu schlagen, nur die pure Kraft in Form von Double- und Offbeats ist das Hoch der Drumgefühle. Mit simpler jedoch wuchtiger Trommeltechnik, wie zum Beispiel in „Black Leather Speed Patrol“, werden Metalheads in den Moshpit geprügelt.
Ripride Records vergleicht den Basssound mit MOTÖRHEAD und das zurecht. „Lady Motorized“ hat der Bass sein Glanzmoment und poltert eine Line in die fetten Saiten, von den man denkt, dass der heilige Lemmy in Moy eingefahren wäre.
HÄRDROCKER hat eindeutig ein Faible für britischen Heavy Metal der alten Schule, aber mehr noch für den kanadischen. „Warhammer“ ist ein Cover von THOR, einer Heavy Metalband aus Vancouver, die seit 1977 existiert. Das Lied vom „Recruits – Wild In The Streets“-Album, das 1986 releast wurde und verkörpert genau das, wofür Moy´s Musik steht. Eine ideale Ergänzung zu „Rider Of The Night“, das gleichzeitig auch zeigt, wohin seine musikalischen Wurzeln – neben British Heavy Metal – reichen.


Speed, Speed und nochmal Speed – die Band kennt nur eine Art zu spielen und das ist Vollgas. Mit ihrer Musik transportieren sie eine Energie, die alten Knochen neues Leben einhaucht. Nicht nur die Nostalgie überkommt einen, sondern auch die Lust, seinen Fleischsack in die Menschenmenge zu schmeißen. Mit „Rider Of The Night“ erfindet Moy das Rad nicht neu, aber er weiß, wie man Speed Metaller in den Moshpit treibt. Wenn der Bass donnert, die Gitarren schreddern und die Trommeln knallen, dann fliegen die Körperteile. Genau so soll es sein!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (20.09.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE