A-Z - A-Z

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VÖ: 12.08.2022
Bandinfo: A-Z
Genre: Progressive Hardrock
Label: Metal Blade
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Lineup  |  Trackliste

Das "A" im etwas seltsam anmutenden Bandnamen "A-Z" steht für die FATES WARNING-Legende Ray Alder, der hier mit dem zweiten Promi, Drum-Legende Mark Zonder (WARLORD/ebenfalls FATES WARNING uvm.), gemeinsame Sache macht. Abgeliefert wird ein leicht angeprogtes, für die Beteiligten aber eher straightes Album.

Zur Entstehung und Motivation des "Alder Thru Zonder"-Projektes (?) hat Mark folgendes zu sagen: „Ich dachte an Bierwerbung, Autowerbung und Cobra Kai. Ich wollte eine sehr zugängliche Band haben, die die Massen ansprechen und dazu führen würde, größere Venues zu touren und aus dem Erfolg der ersten Scheibe ein zweites und drittes Album aufzubauen. Ich wollte keine Dinge hören wie: ‚Ich höre keine Single, es ist zu proggig, ich verstehe es einfach nicht, lass es mich noch ein paar Mal anhören‘. Ich wusste von mir und den anderen beteiligten Musiker, dass es zwar einige anspruchsvolle Parts haben dürfte, Hauptpriorität aber war die große Hookline".

Somit finden wir auf dem selbstbetitelten Debut, an dem neben den beiden Legenden u.a. auch noch Ex-WARLORD-Basser Philip Bynoe mitwirkt, keine ultralangen Stücke, sondern das Ganze ist wirklich ziemlich eingängig gehalten und kommt meistens schnell auf den Punkt. 

Die Scheibe wurde in den jeweiligen Homestudios der Bandmitglieder in den USA, Spanien, Holland und Frankreich aufgenommen und von Mark Zonder himself produziert. Der Bandname wurde bewusst neutral gewählt, um dem Publikum nicht schon vorab einen Hinweis zu geben, in welche musikalische Richtung das Ganze wohl tendieren wird. In der Tat sind die erwarteten reinen Prog-Anteile eher gering und die Musik ist durchaus eingängig, allerdings fernab von easy listening.

"Trial By Fire" bekräftigt als Opener das oben genannte Vorhaben. Eingängigere Melodien hat man Ray Alder schon lange nicht mehr singen hören. Soundtechnisch ist alles auf höchstem Niveau, es fällt jedoch auf, dass die Drums durchaus prominent in Szene gesetzt werden, aber wenn der Drummer produziert, wohl eher eine logische Folge. 

                     

Durch die einzigartige Stimme Ray Alders werden natürlich zwangsläufig Parallelen zu FATES WARNING gezogen werden. Vom Songmaterial her jedoch allenfalls möglich auf die eingängigere Phase der Band zu "Parallels"-Zeiten, hier aber mit einem zeitgemäßen Touch ausgestattet.

Es gibt tatsächlich keinen längeren Song, der über sechs Minuten geht, lediglich "The Far Side Of The Horizon" kratzt an dieser Marke. 

Vorabsingle (sagt man noch Single??) war das flotte und eingängige "The Machine Gunner", welches einen guten Eindruck über die Stilrichtung der Band gibt. 

                     

Ruhigere Phasen gibt es auf "A-Z" auch einige. Das relaxte "Rise Again" mit wirklich hitverdächtigem Chorus zum Beispiel oder das nicht minder gute, etwas verspieltere "At The Waters Edge", welches sich gegen Ende hin noch in Punkto Härtegrad und Geschwindigkeit steigert.

In vielen Momenten, in denen man meint, dass jetzt doch konkret in Richtung Prog aufgebrochen wird, findet die Truppe die Kurve zurück mit Hilfe eines smoothen Refrains, der ein drohendes Gefrickel wieder in geordnete Bahnen lenkt. Schön zu beobachten bei den Tracks "Borrowed Time" und "Sometimes" gegen Ende des Albums.

"Run Away" wäre auch noch eine logische Auskopplung, eine auch sehr eingängige Nummer mit Hitpotential.

Zur Musikalität der Protagonisten muss man sicherlich keine Worte mehr verlieren, da bewegt sich alles auf allerhöchstem Niveau. Und auch bei oberflächlich gesehen Zweitrangigem (Physische Sammler werden da nun zu Recht aufschreien) wie dem Artwork wird nicht gekleckert sondern geklotzt. Für das Cover war keine geringerer als Hugh Syme zuständig, der bereits ikonische Cover von u.a. RUSH und FATES WARNING geschaffen hat. Das Zebra soll uns im Übrigen den Bandnamen näherbringen – "A-Zebra" – alles klar??

Geplant ist bereits Album Nummer zwei und es soll auch getourt werden.

Es bleibt nun abzuwarten, wie die Truppe ankommen wird. Die einzige Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass die Scheibe den Prog-Maniacs zu unproggig ist während sie für die Freunde straighterer Klänge immer noch zu verkopft und kompliziert rüberkommen mag. Ein tolles Werk ist "A-Z" allemal! 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (23.09.2022)

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