Psycroptic - Divine Council

Artikel-Bild
VÖ: 05.08.2022
Bandinfo: Psycroptic
Genre: Technical Death Metal
Label: Prosthetic Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Spätestens mit dem hervorragenden „As The Kingdom Drowns“ aus dem Jahr 2018 sollten PSYCROPTIC jedem Freund des technisch-progressiven Death Metal ein Begriff sein. Nach der eher straight nach vorn death-thrashenden Anfangszeit (gekrönt mit „The Inherited Repression“) schlichen sich immer mehr progressive Elemente in die Songs der Australier, was mal sehr gut (das angesprochene „As The Kingdom Drowns“) und manchmal weniger gut („Psycroptic“ aus 2015) funktionierte.

Nach der kurzen (sehr kurzen – 2 Songs sind schon eine Schmalspurvariante) EP „The Watcher Of All“ ist jetzt mit „Divine Council“ das achte Studioalbum der Jungs um die Haley-Brüder am Start, und der Weg – und die hohe Klasse – von „Kingdom…“ wird fortgeführt und erweitert. Das spiegelt sich im variantenreicheren Sound von PSYCROPTIC wider, wenn etwa epische und symphonische Parts integriert werden, was dem Album noch einen Schuss düstere Erhabenheit bringt. Oder auch bei den Vocals, wo neben Stamm-Fronter Jason Peppiatt auch der (von ORIGIN bekannte) Jason Keyser viele Vocal-Parts übernimmt, ganz zu schweigen von den immer wieder eingestreuten schönen weiblichen Vocals (Amy Wiles war hierfür zuständig).

„Divine Council“ startet zunächst noch PSYCROPTIC-oldschoolig: „Rend Asunder“ erinnert mit dem Drumgewitter-Einstieg und den endlos variierten fetten Riffs noch an „Carriers Of The Plague“ von der „Inherited Repression“-Scheibe, aber schon bei „A Fools Errand“ kommen düster-schwarzmetallische Elemente dazu. Das erneut eher riff-lastige „This Shadowed World“ ist dann wieder das beste Beispiel für die PSYCROPTIC-Stärken, wenn ein Riff oft wiederholt wird, aber immer wieder mit kleinen Variationen, was den Hörspaß langfristig hochhält.

Der mittlere Teil des Albums sticht nochmal heraus – egal ob „Enslavement“ mit seiner eindringlichen Melodie und dem Doublebass-Gewitter, das episch riffende „Ashes Of Our Empire“, das zunächst akustisch startende und dann wieder in ein superkomplexes Riffing ausartende „The Prophets Council“, alle Songs fräsen sich unerbittlich ins Hirn, um da langfristig zu verbleiben.

Etwas aus dem Rahmen fällt dann „Awakening“, das für PSYCROPTIC-Verhältnisse ausgesprochen behäbig daherkommt (für die Jungs klingt das fast schon nach Doom-Metal) und auch sonst nicht weiter auffällt. Dafür beenden die Australier die Scheibe mit Stil: „A Fragile Existence“ mit seinen düster rollenden Riffs und Highspeed-Teilen ist nochmals ein Highlight (war auch schon auf „Watcher Of All“ vertreten), und „Exitus“ gefällt mit Groove und einem symphonisch-majestätischen Outro.

Mit „Divine Council“ gehen PSYCROPTIC den eingeschlagenen Weg konsequent weiter und vermischen auf hervorragende Weise progressive, todesmetallische und thrashige Parts auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art – und bestätigen damit auch ihre derzeitige Hochform.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (17.08.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: TABOO
ANZEIGE