HATRIOT - The Vale Of Shadows

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VÖ: 22.07.2022
Bandinfo: HATRIOT
Genre: Thrash Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

HATRIOT war ein Sideproject vom EXODUS-Sänger „Zetro“, das 2015 vom Sohnemann Cody Souza übernommen wurde. „Vale Of Shadows“ ist das erste Album, mit der neuen Bandbesetzung und nicht nur die Position des Sängers hat sich geändert, sondern auch der Sound von HATRIOT. Mit der soundtechnischen Verwandlung geht auch eine stilistische Änderung einher, was den einen oder anderen Fan sauer aufstoßen könnte.
 
Nein, „Vale Of Shadows“ ist keine Old School- Scheibe mit wuchtigen Trommelschlägen und Monstergitarrenwänden, wie damals bei „Dawn Of The New Centurion“. Die Gitarrenwände wurden abgebaut, der Trommelsound satter gemacht, modern eben. Es ist eine saubere Produktion, die man von jeder neuen Metalcoreband gewohnt ist…
 
Der Platz vorm Mikroständer besetzt Cody Souza, der Sohn des EXODUS-Sängers Zetro Souza. Sein Gesangstil ist vielseitig, bei „Hymn For The Wicked“ erinnert sie einen mit seinen Shoutings and Growlings an Strnad´s Stimme, bei „Hate Inside“ und „Forceful Balance“ eher an Davidson von REVOCATION.  Aber Cody macht auch seinem Vater alle Ehre, in der Neckbreakernummer „Clemency Denied“ rotzt er die Strophen wie HATRIOT zu Zetro-Zeiten.


 
Mit Codys Einstieg in die Band wurde die Genrekarten neu gemischt, ihre Musik klingt weniger thrashy und mehr nach Metalcore und Death. Hauptsächlich setzt Cody sein Strnad-ähnlichen Shouting und Growling ein, aber auch die Gitarristen spielen melodischere Riffs und das Schlagzeug knallt, statt Thrash-typische Offbeats, mehr Blastbeats und komplexere Doubleats in die Trommeln. „Only Red Remains“ und Murderous „Tranquility“ sind einer der wenigen Lieder, die noch an die alten HATRIOT erinnern.
 
Für Thrashheads bedeutet „Vale Of Shadows“, dass HATRIOT nicht mehr so klingen wird wie früher. Die Band hat sich weiterentwickelt und schlägt einen neuen Kurs ein, der nicht jedem gefallen wird. Der Genremix macht es schwer, das Album zu mögen. Nicht jeder der Thrash liebt, wird von den Metalcorelastigen Liedern angetan sein und umgekehrt genauso. Man pickt sich zwei, drei Lieder heraus, die einem gefallen, den Rest lässt man einfach liegen. Aber man versteht, was Cody versucht. Er tritt das Erbe seines Vaters an und will sein eigenes Ding durchziehen, aus dem Schatten Zetros hervortreten und sich als eigenständiger Musiker behaupten. Das ist berechtigt und gut so, aber mir fehlt die dreckige Soundnote, die sie zu Zetro Zeiten hatten. Teilweise schimmern die alten HATRIOT in manchen Liedern noch durch, aber ich befürchte, dass das in Zukunft komplett verschwinden wird.

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (21.07.2022)

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