AXEL RUDI PELL - Lost XXIII

Artikel-Bild
VÖ: 15.04.2022
Bandinfo: AXEL RUDI PELL
Genre: Melodic Hardrock
Label: SPV / Steamhammer
Lineup  |  Trackliste

AXEL RUDI PELL kann man mit dem Bestellen der Lieblingspizza beim favorisierten Pizzabäcker im Ort vergleichen: Man weiß ganz genau, was man bekommt und mag es trotzdem immer wieder. Ja, klar, es gibt auch Sonderlinge, die Pizza nicht mögen und bei dem Bochumer dürften es noch weit mehr Leute geben, die mit seiner Art von Musik grundsätzlich nichts anzufangen wissen. Ist halt so. Die echten Fans von AXEL RUDI PELL werden das 21. Studioalbum „Lost XXIII“ bereits auswendig kennen. Sympathisanten der Band um den routinierten Gitarristen können die Scheibe anchecken, müssen es aber nicht. Denn natürlich ist es wie bei der Lieblingspizza: Gewohnt hohe Qualität wird krendenzt wie schon auf den vier vorangegangenen Studioalben „Into The Storm“ (2014), „Game Of Sins“ (2016), „Knights Call“ (2018) und dem mit Platz 5 der deutschen Charts sehr erfolgreichen „Sign Of The Times“ (2021), der Cover-Scheibe „Diamonds Unlocked II“ (2021).

Wieder gibt’s die typischen ARP-Trademarkssongs im Midtempo, die mit einem rockigen Groove überzeugen („No Compromise“, „Down On The Streets“, „Freight Train“), dahinschmachtende Halb-Balladen („Gone With The Wind“, „Fly With Me“) oder galoppierende Up-Tempo-Songs („Follow The Beast“, „Survive“) und schließlich mit dem Titeltrack eine epische Nummer mit kräftigem Keyboard-Einsatz. Alles wie immer also. Allerdings – und hier kommt das große Aber – können die Refrains und Hauptmelodien selten überzeugen und noch seltener wirklich mitreißen. Und das ist bei solch einer Art von Musik mit einem Mix aus Hard Rock und Melodic Metal ein großer Makel. Das haben AXEL RUDI PELL schon zigfach besser gemacht.
 
Im Jahr 33 seiner Solokarriere hat Pell zusammen mit Sänger Johnny Gioeli, Bassist Volker Krawczak, Keyboarder Ferdy Doernberg und Schlagzeuger sich zwar wieder keinen Schnitzer erlaubt, im Vergleich aber zu früheren Alben schwächelt „Lost XXIII“ (was dem Bochumer zufolge im Übrigen ein Wortspiel ist: „XXIII“ ist die römische Zahl für 23 und wenn man den 23. Buchstaben des Alphabets nimmt, kommt „Lost W“ heraus als Anspielung auf „Lost World“). Ganz okay, wie die Lieblingspizza eben, die man schon zigmal gegessen hat. Aber vielleicht sollte man sich doch mal zur Abwechslung was anderes reinziehen. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Tobias (29.06.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE