THOSAR - Elementa

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VÖ: 03.06.2022
Bandinfo: THOSAR
Genre: Sludge Metal
Label: Grazil Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

THOSAR aus dem oststeirischen Weiz zerren mit "Elementa" ihr zweites Album hervor. 2020 als Spaßprojekt gegründet, veröffentlichte man noch im selben Jahr das Debüt "Omega".

"Elementa" beinhaltet vier Tracks und ein Intro und ist dennoch 40 Minuten lang. Sludge Metal ist das Game hier, wobei man damit aber zu kurz greift. Es gibt ein paar ruhige Passagen, in denen die beiden Protagonisten schon beinahe Jazz spielen und dann wiederum schon beinahe noisige Abschnitte. 

Das alles wird mit zwei Instrumenten erschaffen. Ein verzerrter Bass, unterstützt von Robert Stelzers Drums. Die beiden erschaffen damit einen (positiv gemeint) Krach, dass es sich nur so gewaschen hat. In den Sludge-Phasen erinnert mich die Band ein wenig an die Berliner von HIGH FIGHTER, man setzt dem Ganzen aber nur noch deutlicher einen fiesen Unterton hinzu. Vom Label kam das Adjektiv "devastating" in Bezug auf die Musik und damit hat man auf jeden Fall recht. Das Album mit seinen überlangen Songs, der kürzeste sechseinhalb, der längste zwölfeinhalb Minuten lang, tritt mit einer repetitiven Freude so derb ins Kleinhirn, dass man in einer wirklich guten Konstitution sein muss, um die vierzig Minuten ohne allzu schwere körperliche und geistige Schäden durchzustehen. Michael Schmuck schreit dermaßen bösartig, dass es hinter den Augen wehtut. Ich kann nicht sagen, ob da noch ein Effekt verwendet wurde, gehe aber davon aus, dass dem nicht der Fall war.

"Toxic Masculinity" ist der am leichtesten zu konsumierende Song, mit einem guten Swing, einer Gesamtmelodie und knackigen Blasts die für Abwechslung sorgen.

Gut, Abwechslung gibt es genug auf dem Album, wie schon erwähnt sehe ich die Band in verschiedenen Stilen zuhause, die einem das Hören eigentlich erleichtern sollten. Aber insgesamt sind THOSAR mit "Elementa" so hundsgemein, dass es beinahe schon wieder eine Freude ist. 

"Imperial Mode Of Living" beginnt beinahe doomig, sludgeig, dann aber wie auf einem Bayou in Louisiana dahin und hat wieder diese bohrenden verzerrten Bässe die den Hörer zum Wahnsinn treiben können. 

Das letzte und längste Lied "Resignation" ist dann noch ein Instrumental und fasst alles zusammen, was die vier Stücke vorher an das Tageslicht gezerrt haben.

"Elementa" ist ein knarziges Stück Musik, welches man sich hart erarbeiten muss und so weit vom metallischen Mainstream ist, wie es nur geht. Dagegen ist norwegischer Black Metal aus den 90ern Easy Listening. Hart, kratzig, bösartig, mit schlauen Texten und guten Musikern. Kann man so lassen.

 

Um sich mit der Musik der Weizer vertraut zu machen, hier ein Live-Mitschnitt vom Song "Work-Death Balance" vom "Murska Zadruga Split Tape" mit HARROWIST, JUSTICE LOST und MOSSADEQ:



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (17.06.2022)

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