GRAHAM BONNET BAND - Day Out In Nowhere

Artikel-Bild
VÖ: 13.05.2022
Bandinfo: GRAHAM BONNET BAND
Genre: Rock
Label: Frontiers Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Gegen Ende des Jahres feiert Graham Bonnet seinen 75. Geburtstag. Und es scheint so, als wäre noch lange kein Ruhestand in Sicht, angesichts der vielen Veröffentlichungen der Sangeslegende, sei es mit ALCATRAZZ (bei denen er bekanntlich ja nicht mehr tätig ist), MICHAEL SCHENKER FEST oder mit seiner eigenen GRAHAM BONNET BAND, von der wir "Day Out In Nowhere" präsentiert bekommen.

Mit dem treibenden "Imposter" wurde der perfekte Opener gewählt. Könnte auch auf einer MSG oder ALCATRAZZ- Klassiker-Scheibe stehen. Der Gesang des Meisters ist nach wie vor 1a, auch wenn man hörbar einige Effekte dazugemischt hat und die Vocals offensichtlich mehrfach gedoppelt wurden. Klingt dennoch gut.

                     

"Twelve Steps To Heaven" ist ebenfalls druckvoll-treibend, wenn auch etwas sperriger als der Song zuvor. Zudem bekommen wir ein gutes YNGWIE-MALMSTEEN-Gedächtnis-Solo verpasst. 

"Brave New World" rockt einem straight ins Gesicht mit melodischem Chorus. Könnte auch auf seinem RAINBOW-Album "Down To Earth" stehen.

Das etwas hektische "Uncle John" wird ebenfalls mit einem gelungenen Video-Clip gewürdigt. Auch hier zeigt der mittlerweile in Ehren ergraute GRAHAM BONNET sein ausgezeichnetes Händchen für einprägsame Refrains. 

Der Titelsong ist eher die Nummer easy-going-summer-Song, hitverdächtig ist er allemal.

Die Speedgranate "The Sky Is Alive" ist für BONNET-Verhältnisse richtig heavy, ein Stück, welche mit seinen neoklassischen Gitarrenläufen und Hammond-Keys ebenfalls einem ALCATRAZZ-Album mehr als gut zu Gesicht stehen würde.

Die Hommage an die Mutter eines Schulfreundes in "David's Mum" ist etwas platt geworden, wofür das hochwertigere "When We're Asleep" danach schon wieder entschädigt.

Soundtechnisch gefällt mir besonders der etwas blecherne und zu laute Drumsound nicht so gut, da wäre wohl mehr rauszuholen gewesen. Auch sind im Mix nicht alle Instrumente klar voneinander getrennt und alles wirkt etwas arg roh. Aber wir reden von einem Vorabstream/-Download, da kann man selten ein abschließendes Urteil fällen

Die Hammond-Orgel wird in "It's Just A Frickin' Song" wieder voll aufgedreht und von Tastengott DON AIREY bedient.

Im abschließenden "Jester" gibt sich JEFF LOOMIS (u.a. NEVERMORE) gitarrentechnisch mit einem Weltklasse-Solo die Ehre. 

Am Schluss gibt es mit "Suzy (orchestra)" den einzig ruhigen Song auf "Day Out In Nowhere". Hier bekommt man Graham Bonnet pur, nur begleitet von einem (Keyboard?-)Orchester. Der musical-mäßige Song fällt dann doch etwas arg aus dem Rahmen.

Nichtsdestotrotz ist die dritte GRAHAM BONNET BAND-Scheibe eine sehr gelungene Angelegenheit geworden. Wollen wir hoffen, dass der Gute weiter so in Form bleibt und uns noch einige hochklassige Veröffentlichungen bescheren wird.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (27.05.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Nordic Union
ANZEIGE