VOLTURIAN - Red Dragon

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VÖ: 20.05.2022
Bandinfo: VOLTURIAN
Genre: Symphonic Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Mailänder Formation debütierte bereits 2020 mit der durchaus als gelungen zu bezeichnenden Scheibe "Crimson" und legt nun ihr zweites Album vor. Die Genrebezeichnung Symphonic Metal passt eigentlich nicht so recht zu VOLTURIAN, weil dadurch Assoziationen zu Bands hervorgerufen werden (könnten), die sich letztlich nicht erfüllen.

Denn anstatt ihren metallischen Basis-Sound mit orchestralen (Konserven-)Klängen anzureichern, nutzt das Italo-Quartett vielmehr elektronische Klänge und Sounds aus dem (Dark) Wave-Bereich. Somit sind VOLTURIAN eher in einer Ecke mit AMARANTHE (vom männlichen Growl-Gesang einmal abgesehen) und METALITE zu verorten. Wobei die Truppe um Frontfrau Federica Lanna (die ihre Stimme auch den Melodic Power Death Metallern von MALEFISTUM leiht) durchaus ihren ganz eigenen Stil gefunden hat.

Zu hören gibt es auf "Red Dragon" durchweg hochmelodischen, meist flott voran galoppierenden Power Metal mit vielen elektronischen Einsprengseln und üppigen Keyboard-Teppichen. Über der gefälligen, mal mehr mal weniger mitreißenden Instrumentalisierung, thront zu jeder Zeit die wirklich bemerkenswerte Stimme von Federica, die dem Sound von VOLTURIAN nochmals ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt.

Neben eingängigen Ear-Catchern wie "Stay", "Harley", "Empty Word" oder "Bury Me" gibt es aber auch ein paar Filler: die völlig belanglos dahinplätschernde Ambient/Electro-Nummer "Distant Caress", der unspektakuläre 0815-Song "Freeze" und die beiden überdimensionierten Electro-Instrumentals, die als Intro und Outro fungieren. Spannend ist dagegen "Torn Asunder", ein fast vollkommen metalfreier Ausflug in poppige Dancefloorgefilde, ähnlich den großartigen BATTLE BEAST-Stücken "Touch In The Night" und "Dancing With The Beast".

Fazit:

Für Power Metal Fans, die auf weiblichen Gesang ohne Opern- oder Heavenly Voices-Vibes stehen, kann "Red Dragon" ohne größere Abstriche empfohlen werden. Der Sound ist top, die Instrumental- und Vokal-Arbeit bieten keinen Anlass zur Kritik. Der mangelnde letzte Schliff im Songwriting, einige Filler und das Fehlen von ein, zwei echten Hits, verhindern derzeit noch eine Wertung im Vierer-Bereich. Aber VOLUTURIAN sind auf dem richtigen Weg und liefern mit ihrer zweiten Scheibe ein wirklich gutes Album ab.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (30.05.2022)

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