VIOLENTOR - Manifesto Di Odio

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VÖ: 20.05.2022
Bandinfo: VIOLENTOR
Genre: Thrash Metal
Label: Time To Kill Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die toskanischen Teufel VIOLENTOR gelten als die aufstrebende italienische Undergroundband, mit dem Album „Maniac“ haben sie die Metalmassen begeistert und gelten als Garant für Genickbrüche. Jetzt steht die neue Rotzscheibe „Manifesto Di Odio“ für Mai in den Startlöchern und zeigt die rohe Black Metal-Seite der Band.
 
Ales Gesang ist aggressiv wie immer, was sich aber ändert, ist die Soundqualität, die sich zu einem okkulten Kellerprojekt enptuppt. Der Frontmann klingt wie ein satanischer Priester, der die Hölle auf Erden heraufbeschwört, und singt über Krieg („Facciamo La Guerra“), Rache („Vendetta Privata“) und die Angst („La Paura Uccide“), die uns alle früher oder später umbringen wird. Authentisch, böse, einfach trve, das ist VIOLENTORs Ziel, jedoch leidet darunter die Soundqualität. Die Aufnahmen von „Manifesto Di Odio“ klingen wie eine Demo und geben der dreißigminütigen Thrashgewalt im Black Metal-Anstrich der Neunziger.
Micha (Schlagzeuger) ist vom Black Metalfieber befallen und die Anzeichen dafür sind deutlich rauszuhören: Blastbeats, Blastbeats und nochmal Blastbeats, „Manifesto Di Odio“, „La Paura Uccide“, „Senza Limit“ sind voll davon. Wenigstens hat er sich die Offbeats nicht aus dem Gedächtnis geklopft. Sie fehlen in keinem Lied, es wäre nur nett gewesen, wenn man auch mehr hört als nur zwei Drumtechniken.
Ale malträtiert die Gitarre, wie man es von ihm kennt und liebt, in Höllengeschwindigkeit werden Riffs in die Saiten geschreddert, die sich durch Mark und Bein sägen und das Genick an die Belastbarkeitsgrenze treiben. Was einem aber gegen den Strich geht, ist der rauschende Gitarrensound. Zum Beispiel in „Tieni D'Occhio La Tua Strada“ klingen die Gitarren nicht tight genug und gehen im ohrenbetäubenden Blastbeatgewitter unter. Der Schlagzeuger schlägt so wuchtig aufs Fell, dass man die Power, mit denen die Riffs gespielt werden, kaum mitbekommt.
 
VIOLENTOR sind und bleiben der Undergroundszene des Metals treu, dass haben sie mit „Manifesto Di Odio“ wieder mal bewiesen, aber der Versuch noch rauer zu klingen als früher, wäre nicht nötig gewesen. Der Thrashhead in mir feiert die heftigen Riffs, nur der Black Metal-Sound, der mitschwingt, ist ein Stimmungskiller. Die Riffs verwandeln sich zum undeutlichen Rauschklimpern und werden vom lauten Trommelgewitter ins leise Nirvana geschlagen. Die Konsequenz: Gitarren ohne Power und haufenweise gespielte Blastbeats. Man kriegt das Gefühl, dass VIOLENTOR noch roher klingen wollen und fokussieren sich dabei zu sehr auf das Schlagzeug – darum erreicht das Album meiner Meinung nach eben nur das Mittelmaß.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (17.05.2022)

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