SHAMELESS - So Good, You Should...

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VÖ: 20.05.2022
Bandinfo: SHAMELESS
Genre: Glam Rock
Label: RSR Music
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Lineup  |  Trackliste

Machen wir es kurz und schmerzlos: Laut dem Album beigelegten Plattenfirmengeschwafel wurde die vorliegende Truppe bereits 1989 von Mastermind Alexx "SKUNK" Michael im Herzen des Weißwurschdäquators gegründet, hat sich danach aber schon mal aufgelöst, 1989 dann (leider) wieder reformiert. Und aus unergründlichen Gründen gibt’s in Summe bereits sieben Langrillen der Bande. 

Dabei hatten/haben solch illustre Szene-Kapazunder wie PRETTY BOY FLOYD-Mikrofonprimadonna Steve Summers, TUFF-Front-Bret-Michaels-Double und METAL SLUDGE-CEO Stevie Rachelle, Eric Singer (KISS, THE COOP und BLACK SABBATH), sein Kollege Bruce Kulick (mit der vom Ex-Schlabberzungenchef Gene Simmons verbrochenen Reservebank-Nummer "Love Is A Lie") ihre Fingerchen im Spiel. Weiters dürfte laut Beschreibung auch LA GUNS-Saitenhexer Tracii Guns irgendwas dazu beigetragen haben. Die Vocals der Songs teilen sich Charlotte Tybalt, Frankie Muriel, oben erwähnter Stevie Rachelle und als Special Guest zudem der Frontschlürfer von BOWLING FOR SOUP. Vorliegendes Album wurde überdies an zwölf verschiedenen Locations all over the World (München, LA, Las Vegas, St. Louis, Kopenhagen und Auckland, NZ) zusammengeschraubt. 

Genug gelangweilt vom Startaufstellungs-Name+City-Dropping? Dann ist man genau in der richtigen Stimmung, um sich das Album reinzuziehen.

Man sollte meinen, dass solch hochkarätige Kaliber wie oben beschrieben eigentlich dazu beitragen müssten, eine Hand voller hymnenartiger Evergreens in die Langrille zu meißeln. Falsch gedacht – überzeugt der Opener "Erection" zumindest als gut gemeinte Verneigung vor Eddie Van Halens Jahrhundert-Instrumental und rockt das darauffolgende "Get Ready" noch ordentlich die Hütte, hört der Spaß dann aber recht schlagartig auf.

Bei "Shout It Out" fräst sich zwar das Main-Motiv in die Lauscher, es klingelt jedoch spätestens beim Refrain, dass sich hier jemand unverhohlen und straight aus der R&R-Ideenkiste bedient hat und die Nummer nach Baukastensystem aus – you guessed it – "Shout It Out Loud" und "Shout At The Devil" zusammengebastelt haben dürfte. Klingt zwar recht nice, ist aber ungefähr so innovativ wie ein Malen-nach-Zahlen-Pinselportrait. 

Das drauffolgende "So Good, You Should..." begeistert sodann mit einem Fremdschäm-Refrain zum Davonrennen und wirft die Frage auf, wieso man den Titel der mit Abstand schwächsten Schmalznummer gleichzeitig als Albumtitel erkoren hat? Wird wohl ein ungelöstes Rätsel bleiben.

"East Bound And Down", im Original von US-Country-Gunslinger Jerry Reed und mit Jaret Reddick von BOWLING FOR SOUP am Mikro klingt dann auch genau nach dem, was man erwartet – nämlich ausgelutschtem Bubblegum-Punkrock der übleren Sorte samt 08/15-Akkordgeschrubbe und brutal unwitzig-nervigem Frontgejammer.

Tja, auch der Rest des Albums wird dann keinen Deut mehr prickelnder: bei der zehnten Nummer "Does Your Mother Know" etwa bedient man sich noch der "I Was Made For Loving You"-Rhythmusfraktion – was den Song aber auch keine Spur spannender macht.

Summasummarum funktioniert die vorliegende Scheibe zwar recht lässig als Rock+Roll-Rifferaten-Quiz und ist zudem recht sauber, dafür ohne jegliche Kanten, Dreck und Speck produziert. Hat man jedoch die Originale im Schrank stehen, braucht das Zeugs wohl keine Sau. Das können die Kollegen aus Skandinavien (JUNKYARD DRIVE, THE ROYAL BEGGARS & Co.) heutzutage wesentlich besser. Knappe 2,5 Punkte.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Peter Haider (13.05.2022)

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