DEMONICAL - Mass Destroyer

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VÖ: 06.05.2022
Bandinfo: DEMONICAL
Genre: Death Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Haben die Schweden wirklich schon 16 Jahre auf dem Buckel? Meine Güte, die Zeit verfliegt ja wirklich mit Warp-Geschwindigkeit! Da habe ich doch eben noch das Debüt des Elchtod-Kommandos, "Servants Of The Unlight" (2007) abgefeiert, und Schwupps – hat mir der Stormbringer-Postbote bereits die siebte Studio-Langrille in den virtuellen Promo-Briefkasten gesteckt. Unbelievable...

Im Vergleich zum Back-Katalog des Quintetts aus Avesta hat sich auf dem aktuellen Album "Mass Destroyer" nicht wirklich großartig etwas geändert. DEMONICAL zelebrieren nach wie vor machtvoll aus den Boxen hämmerndes, schwedisches Oldschool-Todesblei, das immer wieder mit einer angenehmen Portion HYPOCRISYeskem Melodeath der unkitschigen Sorte angereichert wird.

Auf "Masss Destroyer" drehen DEMONICAL allerdings wieder etwas stärker an der Melodie-Schraube, so dass Querverweise eher zu den beiden besten Outputs der Schweden gezogen werden können: "Death Infernal" (2011) und "Chaos Manifesto" aus dem Jahr 2018. Nicht dass der direkte Vorgänger von vor zwei Jahren komplett melodiebefreit gewesen wäre, aber "World Domination" enthielt doch eine Reihe von Stücken, die sich eher an der raubeinigen Frühphase der Band orientierten. Zudem kommt "Mass Destroyer" in allen Belangen wesentlich frischer daher: Knackiger, aggressiver, majestätischer, melodischer – einfach mitreißender.  

Das beweist bereits der Einstieg "We Conquer The Throne", eine vorwärts treibende Uptempo-Nummer mit abwechslungsreicher Gitarrenarbeit, eingängiger Hookline und großartigen Growls eines Christofer Säterdal in absoluter Hochform.

Auch inszenatorisch erinnert die neue Scheibe durchaus an HYPOCRISY. Die Mischung aus straight nach vorn gehenden (Non-High-)Speedgranaten und brachialen Midtempo-Stampfern hält sich in etwa die Waage. So ballern sich neben dem Opener auch noch "Dödsmarsch", "Cemented In Ire" und (bis auf den machtvollen Mittelteil) "Sun Blackened" wie alles vernichtende, todesmetallische Artilleriegeschosse in die Ohren der Hörerschaft.

Als gewaltige Groove- und Riff-Monster walzen sich dagegen das fast schon epische "Fallen Mountain" und der Nackenbrecher "Liveslave" als nieder, was nicht bei Drei hinter den Elchen in Deckung gegangen ist. Dazu gibt es noch die beiden majestätischen Galopper "Wrathspawn" und den Albumcloser "By Hatred Bound". 

Doch egal, ob DEMONICAL nun die Zügel schießen lassen, oder geschwindigkeitstechnisch zwei Gänge zurückschalten, bis auf "Wrathspawn", den Album-OSDM-Kracher in seiner absolut puren Form, sind alle Tracks durchzogen von feinen, meist dezenten Melodien, die die einzelnen Stücke erst zu den großartigen Nummern machen, die sie schlussendlich geworden sind.

Fazit:

Eigentlich könnte man "Mass Destroyer" mit guten 3,5 Punkten bewerten, und der Käs' wäre gegessen. Denn acht neuen Stücke enthalten weder erwähnenswerte Neuerungen, noch sind sie in irgendeiner Form auch nur ansatzweise innovativ. Doch DEMONICAL haben beim Songwriting diesmal unwahrscheinlich Gas gegeben und ihren Songs damit eine richtig fette Portion Schmackes verliehen. Das Album fräst sich zur Gänze direkt positiv in die Gehirnwindungen, und die ohnehin schon äußerst knackigen 34 Minuten Gesamtspielzeit vergehen dadurch wie im Flug. Die Scheibe tönt wie aus einem Guss und äußerst kompakt aus den Lautsprechern, es gibt weder Längen noch (auch nur ansatzweise) schwächelnde Momente.

Die Produktion ist druckvoll und unterstützt den ohnehin durch den allgegenwärtigen Bass und die bis unter die Grasnarbe gestimmten Gitarren, die Trommelfelle zerstörenden Sound von DEMONICAL. So macht (Melodic)Death Metal Spaß und garantiert eine immense Halbwertzeit von "Mass Destroyer"

Daher ist es mir ein tödliches Vergnügen, die Note für die neue DEMONICAL-Scheibe noch mal um einen halben Punkt aufzuwerten.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (12.05.2022)

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