SANDNESS - Play Your Part

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VÖ: 20.05.2022
Bandinfo: SANDNESS
Genre: Glam Rock
Label: Rockshots Records
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Lineup  |  Trackliste

Glam Rock made in Italy – das lässt nichts Gutes ahnen und lässt üblicherweise die Fremdscham-Sensoren schrillen. 
Der verantwortungsbewusste Musikjournalist ist bei der Kategorisierung „Glam Rock“ natürlich getriggert und schaut sich die Chose auch auf Video an. Nun denn, den Mannen von SANDNESS fehlen doch ein wenig die Haarfülle sowie geschätzte 2,5 Tonnen Kajal und sonstiges Makeup um zu den so offensichtlich verehrten Originalen aufzuschließen. Aber nun zum Wesentlichen, der Musik.

High Tide”
Es deutet sich jetzt schon an: Musik für Dichter, Denker und Philosophen ist das keine! Aber der Opener macht Spaß.

„Today Tonight“
Auch dieser Song ist nicht schlecht, macht Lust auf Party und unbeschwertes Feiern.

„Someone So Bad“
Hier gibt es einen deutlichen Qualitätseinbruch, der Song ist sehr zahnlos und eher nervig in seiner simplen Melodieführung. Fabuliert wird – wie sollte es anders sein – von „Sunsets in LA“.

„No Filter“
Meine Sorte Light sind definitiv stärker als dieses Liedchen, das nicht in die Gänge kommt.

„Supernova“
So recht zündet diese Supernova nicht.

„All I’ve Learnt“
Jetzt versuchen sich die Azzurri auch noch an einer Ballade à la Bon Jovi. Wenn man einmal vom Text aus dem Phrasenbaukasten absieht, gelingt das gar nicht schlecht.

„Be The One“
Lange hat’s gedauert bis zum ersten oh-oh-oh Chorus. Hier ist er! Thematisch geht‘s wieder einmal ums Party machen, aber dem Lied fehlt der Biss.

„Give It All“ ist ein eher belangloser Filler.

„Lights On“
Die adriatische Flaute hält an.

„The One Who Tricked The Devil”
Es ist schade, dass die meisten Songs – so auch dieser - seltsam weichgespült daherkommen. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen und ein beherzter Tritt aufs Gas würden aus „The One Who Tricked The Devil“  ein wirklich brauchbares Lied machen.

“Bad Company” ist ein guter Rocker, aber wieder wird zu sehr mit angezogener Handbremse agiert.

“Go With The Flow”
Endlich der versprochene Sleaze Rock! Zumindest angedeutet. Dannn wird's wieder sehr mädchenhaft und zögerlich.

“Turn On The Night” (KISS Cover)
Man muss dem Italo-Dreier dankbar sein, dass sie weder „Lick It Up“ noch „I Was Made For Lovin’ You” gecovert haben. Wirklich zwingend ist “Turn On The Night” dennoch nicht.

Fazit
Die Fremdscham-Sensoren hätten definitiv ungerechtfertigterweise geschrillt. Warum jedoch SANDNESS während des gesamten Albums derart schaumgebremst und poppig agieren, bleibt rätselhaft. „High Tide“ und „Today Tonight“ und "All I've Learnt" sind wirklich keine schlechten Lieder, aber der Rest des Albums verliert sich durch den fehlenden Biss in der Beliebigkeit.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Harald (13.05.2022)

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