WARPATH - Disharmonic Revelations

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VÖ: 04.03.2022
Bandinfo: WARPATH
Genre: Thrash Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Seit 1991 befinden sich die Hamburger Hardcore Thrasher nun schon auf dem Kriegspfad. Klingt nach einer Ewigkeit, allerdings muss man berücksichtigen, dass WARPATH zwischen 1998 und 2017 schlappe 17 Jahre für auf dem Schlachtfeld begraben lagen. Doch Totgeglaubte leben bekanntlich länger (ja, ich weiß! Fünf Euro fürs Phrasenschwein), und so ist "Disharmonic Revelations" mittlerweile der dritte WARPATH Longplayer nach der Reunion (auch wenn von der Originalbesetzung nur noch Shouter Dirk Weiß übriggeblieben ist).

Die aktuelle Scheibe knüpft an die beiden Vorgänger an. Die Hörerschaft erwartet eine aggressive Mischung aus Thrash und Hardcore, die zusätzlich mit ordentlich Groove und sogar Doom Metal angereichert wurde. Vorgetragen wird das Ganze in der typischen, der Band eigenen "Stumpf-ist-Trumpf"-Attitüde, was jetzt gar nicht negativ gemeint ist. Abwechslung findet durchaus statt, auf "Disharmonic Revelations". Betrachtet man das Album in seiner Gesamtheit, entpuppt sich jedoch eine unüberhörbare Gleichförmigkeit in dem ein oder anderen Bereich.

Die Riffs knallen von Sekunde Eins an schön fett aus den Boxen, und die groovenden Passagen lassen jeden einzelnen Nackenmuskel schmerzen. Dazu gibt es immer wieder Tempowechsel, auch innerhalb der einzelnen Stücke. Während der Opener und der Titeltrack eher mit entspannt durchgetretenem Gaspedal voran bollern (immer wieder von einladenden Headbang-Passagen unterbrochen), sind "Parasite" und "Visions And Reality" alles platt walzende Midtempo-Stampfer, die immer wieder einen Mix aus leicht behäbiger Geschwindigkeit und darüber flirrender Double Bass bieten. "Egos Aspire", "MMXX" und der Albumcloser "The Unpredictable Past" (bester Song des Albums!) kommen düster und regelrecht doomig schleppend daher.

Das raue Gebrüll von Frontmann Dirk fügt sich gut in den instrumentalen Sound von WARPATH ein, und immer, wenn man, den Gedanken hat, dass jetzt ein wenig mehr Abwechslung nicht schaden könnte, erfüllen eingebaute Gang Shouts oder Spoken Words diesen Wunsch umgehend.

 

Fazit:

WARPATH gewinnen mit "Disharmonic Revelations" keinen Innovationspreis. Vielmehr bietet das Hamburger Quintett eine schön brachiale Mischung aus Thrash, Hardcore Doom und Groove Metal. Durchaus lecker angerichtet in 12 Gängen, und zwei Bonus-Desserts gibt es obendrauf.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (17.03.2022)

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