CITY OF LIGHTS - Before The Sun Sets

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VÖ: 11.02.2022
Bandinfo: CITY OF LIGHTS
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

So ganz scheint nicht klar gewesen zu sein, wohin die musikalische Reise bei dem neuen Frontier-Records-Bandprojekt CITY OF LIGHTS gehen soll. Der britische Songwriter Neil Austin und der griechische Sänger Manos Fatsis (ODYSSEY DESPERADO, HIDEAWAY), unterstützt von der DEGREED-Rhythmus-Fraktion Robin (Bass) und Mats Eriksson (Drums), haben auf dem Debütalbum „Before The Sun Sets“ mal klassischen AOR vertont, mal energischen Hard Rock mit 80er-Referenzen und dann gibt’s ein paar Zutaten aus dem Bereich des skandinavischen Melodic Metal. Die britisch-griechisch-schwedische Kombo setzt sich also stilistisch zwischen einige Stühle – und macht es damit dem Hörer nicht leicht.

Denn diejenigen, die verflucht geil nach vorn treibende, flotte Melodic-Rocker mit harten Gitarren wie den Opener „Racing On The Redline“ abfeiern, werden zwar auch das darauf folgende „Heart´s  On Fire“ beklatschen (trotz sehr präsenter Keyboards und etwas blechern klingender Backing-Vocals) und auch mit dem Hit „Heat Of The Night“ gut klarkommen, der an Großtaten von AOR-Bands wie FORTUNE, JOHN NORUM oder auch JOURNEY erinnert. Aber schon bei dem eigentlich recht dynamischen „Give Me Back My Heart“ werden ein paar Hörer wohl etwas irritiert sein, aufgrund der deutlich seichteren Herangehensweise mit sehr cheesigen Backing-Chören. Diese zu präsenten, klebrigen, blechernen Hintergrundgeräusche kommen leider auch im Rest des Albums immer wieder zum Einsatz – und verhageln an sich sehr gute Songs. „Put Your Heart On The Line“ wäre beispielsweise ohne diese Gequake deutlich angenehmer. Das gilt mit Abstrichen auch für den eigentlich kernigen Hard-Rocker „Snake Eyes“, das an KINGDOM COME erinnert.

Die zu präsenten und zu blechernen Backing-Chöre sind ein echtes Ärgernis. Denn Sänger Fatsis performt auf ganz hohem Niveau und ohne diese alles zukleisternden Chöre wären Nummern wie die mit Piano ruhig aufgebaute AOR-Sause „Joanna“ oder das saucool mit Großstadt-Geräuschkulisse eingeleitete „Midnight Club“ noch stärkere Songs. Zusammen mit der ziemlich schwülstigen Ballade „How To Love“ und dem seinen Refrain dauernd wiederholenden „Emiliy“ kommt insgesamt dann ein eher seichtes Hörerlebnis zustande, das nicht so recht zu den eingangs erwähnten, härteren Songs passen will.

Etwas Zeit fürs Anchecken investieren sollten Fans von TREAT, GATHERING OF KINGS, LIONVILLE, ART OF ILLUSSION, JOHN NORUM, FORTUNE, GIANT oder JOURNEY aber auf jeden Fall. Denn letztlich ist Musik, auch die von CITY OF LIGHTS, immer noch eine ganz persönliche Geschmackssache. Und da die involvierten Musiker instrumental und songschreiberisch einiges auf dem Kasten haben, zudem von Erik Gavfelin Wiss (produzierte unter anderem CREYE) einen erstklassigen Sound verpasst bekommen haben, wird auf „Before The Sun Sets“ viel geboten. Ob man die cheesigen Chöre nervig findet, damit klar kommt oder sie sogar goutiert, entscheidet letztlich nur, ob man die Scheibe mit „noch gut“, „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. So oder so, gut ist das Teil allemal.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Tobias (23.02.2022)

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