GIANT - Shifting Time

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VÖ: 21.01.2022
Bandinfo: GIANT
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

GIANT -Veröffentlichungen sind ja eher rar gesäht, wenn man sich die Veröffentlichungen in den 2000er Jahren ansieht (ca. alle 10 Jahre ein neues Album)  aber jeder neue Release sorgt für erhebliche Diskussionen, inwieweit man es überhaupt noch mit den "echten" GIANT zu tun hat.

Für einige scheinen sie das seit dem Abgang von Ex-Mastermind DANN HUFF nicht mehr zu sein, die anderen sehen das entspannt und lehnen sich zurück und lauschen der gebotenen Musik. 

Wir halten das auch so wie Letztgenannte und widmen uns ohne Umschweife der neuen CD namens "Shifting Time". im Line-Up sind anno 2022 neben David Huff weitere prominente Namen vertreten: An der Klampfe zupft WINGERs John Roth die sechs Saiten während Kent Hilli von PERFECT PLAN seinen Gesangseinstand bei GIANT gibt und der ist , soviel kann man vorwegnehmen, ausgezeichnet.

Der "Titelsong" ist lediglich eine kurzes Gitarren-Intro, ehe uns mit "Let Our Love Win" (gleichzeit auch das erste Video zum Album) der erste "echte" Song geboten wird. Und der hat es in sich: Hier bekommt der Melodicrock-Fan auch heute noch das geboten wonach er lechzt: Eine druckvolle Produktion,  einen Sänger, der den Namen auch verdient und ein melodisches, treibendes  Stück mit einem Chorus der Extra-Klasse. Was für ein Einstieg!

Hier kann man sich davon überzeugen:

                 

"Never Die Young" ist etwas smoother, AOR-lastiger aber nicht minder stark. Gleich der zweite potentielle "Hit" (wenn diese Art Musik noch massenkompatibel wäre). Bei diesem Stück gibt sich DANN HUFF himself an der Gitarre die Ehre!

                  

Die Giganten lassen weiter nicht nach, denn auch "Don't Say A Word" erinnert einen schmerzlich an die goldenen Achtziger, als ein derartiger Song steil durch die Rock-Dissen fegte. Auch hier wieder ein grandioser Gesangsbeitrag von Kent Hilli. 

"My Breath Away" kann nicht so ganz mithalten, eine nette Halbballade, die im Refrain nicht ganz so zündet.  Hier wird deutlich, dass auch auf den Fundus von Frontiers Haus- und Hof-Vielschreiber Alessandro Del Vecchio zurückgegriffen wurde, der bei jedem Song seine Finger im Spiel hatte.

"Highway Of Love" hat ein starkes Blues-Riff und einen hymnischen Chorus, kann man auf der Habenseite verbuchen.

"It's Not Love" läutet die zweite Hälfte ein, die erste "echte" Ballade. Diese ist aber etwas arg mit Zuckerglasur überzogen und trieft vor Kitsch, kann man getrost skippen.

"The Price Of Love" ist da schon wieder mehr GIANT wie man sie kennt und liebt, zwar auch eher balladesk aber mit dem gewissen Extra, der den Song aus der allmonatlichen Veröffentlichungsschwemme von Frontiers-Melodic-Acts herausragen lässt. Auch zu diesem Lied gibt es bereits ein Video:

                

"Standing Tall" plätschert doch eher an einem vorbei während "Anna Lee" die beste Ballade von "Shifting Time" darstellt. Grandioser Chorus!

Mit "Don't Wanna Lose You" ist erneut Midtempo angesagt und auch "I Walk Alone" - obwohl sehr stark - erfüllt leider nicht mehr die Hoffnung auf eine noch etwas flottere Nummer zum Abschluss.

Gerade in Hälfte zwei ist doch einiges an Leerlauf vorhanden und die Scheibe etwas zu ruhig für meinen Geschmack.

Highlights des Album sind der wie mehrfach erwähnte  grandiose Gesang sowie zwei bis drei überragende Nummern. Leider gibt es auch ein paar Ausfälle, so dass "Shifting Time" zwar keine Überwertung erhält, dennoch mit 3,5 Punkten eine überdurchschnittliche Melodicscheibe darstellt. Ob man beim Namen GIANT hier mehr erwarten darf sei dahingestellt (siehe aber auch obige Einleitung, womit sich der Kreis dieser Review nunmehr wieder schließt).



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (31.01.2022)

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