VORGA - Striving Toward Oblivion

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VÖ: 04.02.2022
Bandinfo: VORGA
Genre: Black Metal
Label: Transcending Obscurity Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Karlsruhe - das mobilitätstechnische Waterloo des Verfassers. Kein Ort dieser Welt (abgesehen vielleicht von der Gegend um Pforzheim) verursacht so epische Verkehrsstaus wie der Sitz des deutschen Bundesgerichtshofs. Stadtvorturner, die mehr Geld in Blitzdingsgerätschaften investieren als die Men in Black, Baustellen, die einen auf allen Seiten des Ortsschilds in der Erde verwurzeln wie eine metertiefe Pfahlgründung, "schöne" Aussichten auf den rüstigen Charme der badischen Metropole...nein, unter all meinen Erinnerungen an diese Stadt zaubert mir einzig der Zoo und die verschwommene Rückschau auf mein Zivi-Einführungswochenende mit Johnnie Walker und anderen Chaoten ein Lächeln ins Gesicht.

Wenn es nun aber nach den Angaben der Metal-Enzyklopädie geht, reiht sich alsbald ein dritter Player in die Positivliste der eingangs erwähnten Stadt ein: die Black-Metal-Band VORGA, die sich dieser Tage nach sechs Jahren an ihr Debütalbum "Striving Toward Oblivion" herantraut. Bereits durch ihr unkonventionelles Auftreten (siehe Video zu "Comet") und ihr malerisches Adam-Burke-Artwork zum Hingucker avancierend, beweisen die gen Vergessenheit Strebenden schon mit einem einzigen Song, dass man sie in eben jener Leere niemals anfinden wird. Musikalisch ohne jeden Zweifel im schwedischen Ursumpf verwurzelt, bieten VORGA hochwertige, melodisch-deathige Schwarzheimerkost, die trotz hinreichender Parallelen zu DISSECTION, NECROPHOBIC und Co. einen eigenen Charakter wahrt.

Beeindruckend ist dabei der Umstand, dass jeder einzelne Track der Platte mit einem minutiös ausgearbeiteten und rundum fesselnden Songwriting aufwartet. Der raue Sound besticht mit seinen ungehobelt eisigen Gitarren, die beklemmend melancholische Atmosphäre zieht einen in ihren Bann und lädt ein zum Verweilen und die allgegenwärtigen Leadmelodien setzen dem Ganzen die eisige Krone auf. Viele Bands hauen in diese altbewährte Kerbe, doch nur wenige sind in der Lage, sich über die graue Masse hinaus zu erheben und sich mit einer einzigen grandiosen Hookline in die Großhirnrinde zu fressen. So fangen Songs wie "Comet" oder "Stars My Destination" bereits ab dem ersten Spin ein, steigern mit jedem Durchlauf die emotionale Spannung und erweisen sich als ausgesprochene Dauerbrenner.

So bleibt mir am Ende nicht viel, als den Langrillen-Einstand der teutonischen Schwedencombo dem geneigten Connaisseur wärmstens ans Herz zu legen. Derart hochkarätige und gefühlsechte Kost bekommt man sonst nur von den erwähnten Referenzkapellen und zeitgenössischen Aufsteigern wie WORMWOOD, NETHERBIRD oder THRON geboten. Neben dem ebenfalls grandiosen THE MIST FROM THE MOUNTAINS-Erstwerk also bitte fett in der schwarzmetallischen Einkaufsliste anstreichen! Chapeau, meine Herren!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (28.01.2022)

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