CONFESS - Revenge At All Costs

Artikel-Bild
VÖ: 21.01.2022
Bandinfo: CONFESS
Genre: Groove Metal
Label: Rexius Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Der Iran - ein Land, das wegen vieler Dinge durch die Medien geistert - die florierende lokale Musikszene ist aber nie Teil dieser Meldungen. Genau darum geht es aber heute. Bei CONFESS handelt es sich nämlich um eine Band, deren Kern aus dem Iran stammt. Alles begann 2010, als Frontman Nikan von einem Klassenkameraden eine CD bekam, die Videos von Metalbands aus den 90ern und 2000ern enthielt. Der Sound hat ihn sofort gefesselt und er begann selbst aktiv zu werden. Bandgründung, Albumveröffentlichung, all das, was junge Musiker auch in unseren Breiten auf der ToDo-Liste haben. Der kleine Unterschied ist allerdings, dass Nikan und Freund Arash im Verlauf und Aufgrund der musikalischen Aktivitäten inhaftiert wurden und ihre persönliche Zukunft mehr als unsicher war. Aus diesem Grund flüchteten die beiden nach Europa wo sie schließlich 2018 in Norwegen Asyl erhielten und seitdem im hohen Norden musikalisch aktiv sein können, ohne Repressionen befürchten zu müssen.

Abenteuerliche Geschichte, die einem einmal mehr klar macht, wie privilegiert wir hier in Mitteleuropa sind. Musikalisch kann man fast uneingeschränkt machen was man will, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden - auch wenn man vehement gegen "die da oben" ansingt. 

"Revenge At All Costs" heißt also der aktuelle Longplayer der Iraner, auf dem die Umstände, die zum Status quo geführt haben, aufgearbeitet werden. Nach einer Eröffnung, in der hauptsächlich News-Meldungen aus der Bandgeschichte zusammengeschnitten wurden wird mit "EVIN" das Gaspedal durchgedrückt. Interessant, wie bereits bei den ersten Riffs das Gehirn einen Zeitsprung macht. Der Einfluss der 90er und 2000er, die die Jungs zu Beginn geprägt haben, kommt ganz deutlich durch. Mächte Riffs, fetter Groove - die frühen MACHINE HEAD kommen einem etwa sofort in den Sinn. Dieser rote Faden zieht sich durch das gesamte Album. Schnell, tief und treibend kommen die einzelnen Tracks daher. Man versucht durchaus mit unterschiedlichen Stilmitteln zu experimentieren, um dem Basisrezept mehr Abwechslung zu verleihen. Manche Songs werden mit Samples angereichert - etwa "Uniflial Son" und "Under Surveillance" wieder andere Tracks wechseln Tempo und Rhythmus - etwa "Ransom Note". Die gesamte Produktion passt genau zur Musik. Druckvoll und mächtig gräbt sich der Sound von CONFESS in die Gehörgänge.

FAZIT: CONFESS liefern mit "Revenge At All Costs" ein mehr als ordentliches Album ab, das den Geist vergangener Jahre beschwört und Spaß macht. Über die volle Länge wünscht man sich noch die eine oder andere Überraschung, um den Spannungsbogen höher zu halten, aber bei Fans von (den frühen) MACHINE HEAD, SEPULTURA, SOULFLY, PANTERA und Co. sollten CONFESS auf jeden Fall auf der Speisekarte stehen. Ganz abgesehen davon, dass eine Band, die solche Opfer bringt, nur um das eigene Ding durchzuziehen, ohnehin ganz besonders unseren Support benötigt. 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (18.01.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Area53 2022
ANZEIGE