WARCALL - Dead End Part 2

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VÖ: 26.11.2021
Bandinfo: WARCALL
Genre: Thrash Metal
Label: Unbekannt
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Lieber spät als nie. WARCALL hat 2020 ihren zweiten Teil der EP-Reihe „Dead End“ herausgebracht und beweisen, dass ein melodischer Heavy-Black-Mischmasch gut klingen kann. Was man mit grölender Stimme, vielseitigen Gitarrenspielweisen und einem riesigen Drumbeat-Repertoire zustande bringt, zeigen die kanadischen Thrasher mit „Dead End Part 2“.

Die Gitarristen Mac und JC bewegen sich geschmeidig zwischen Heavy, Black und Thrash Metal, was beispielsweise durch „Control Denied“ verdeutlicht wird. Sie geben ordentlich Gas, im klassischen Thrashstil, doch im letzten Drittel gibt es einen Twist, der ins Black-Metal Gefilde führt. Nach dem Gitarrensolo donnert der Schlagzeuger einen Blastbeat in die Trommeln und gibt dem Ganzen noch schwarzmetallische Vibes.

Gords grunzender Gesang - der Anders Fridéns Stimme (IN FLAMES) zur „Whoracle“-Zeiten ähnelt – bringt die rohe Gewalt in die Musik und zieht das konsequent durch. "Venom“ ist ein Kaliber, das vom langatmigen Growling geprägt ist. Die Worte „Venom. Fit to kill.“ brennen sich ins Gedächtnis ein und wenn sie ertönen, packt einem die Lust mit Leib und Seele mitzugrölen. (och feel free - Anmerkung des Lektors)

Der acht-minütige Longplayer „Death Wish“ vereint die Stärken vom Sänger und den Gitarristen und sie harmonisieren miteinander so gut, dass beim Anhören die Zeit wie in Flug vergeht. Zum Großteil ist es auch dem Schlagzeuger Phil geschuldet, der sein ganzes Repertoire an Beats in die Trommeln hineinklopft. An keiner Stelle klingen sie repetitiv, sondern passen sich rhythmisch immer aufs Neue an, um das Maximum an Härte herauszuschlagen. Den besten Trommelbeat von Phil gibt es gleich zu Beginn und klingt nach purer SLAYER-Nostalgie. Nicht so schnell wie Dave Lombardo, aber im gleichen Stil wie bei „Criminal Insane“ eröffnet Phil die Nummer. Großartig.

Man merkt, dass WARCALL sich auf ihre Musik konzentriert haben. Dadurch sind leider die Songtexte in Mitleidenschaft gezogen worden. Die EP enthält fünf Lieder, die textlich keine gemeinsame Story erzählen, sondern erläutern Eindrücke von Menschen zum Jahr 2020. Sie alle haben die Aussage „2020 war scheiße“, was wahrscheinlich niemanden wundert, weil in diesem Jahr viel geschehen ist. (besp. Pandemiebeginn, Polizeigewalt auf Demos, etc.)

Und genau das ist das Problem: was genau meinen sie damit? WARCALL drückt sich schwammig aus - da hätte die Themenwahl der Herrschaften konkreter sein können. Zu Deutsch - Thema verpasst.

Der EP-Zweiteiler „Dead End“ ist eine experimentelle Reise. Mit „Dead End Part 2“ wird dies nochmal deutlich unterstrichen. Man hätte es sich auch leicht mit den elitären Metal Aficionados verscherzen können, da sie musikalischen Seitensprüngen nicht wohl gesonnen sind. Aber WARCALL lässt sich nicht davon einschüchtern. Die subtilen Genrewechsel bei „Dead End Part 2“ sind gelungen und bringen auch hartherzige Anhänger zur Einsicht, dass der Mix aus Heavy, Black und Thrash nicht mit einem Stilbruch gleichzusetzen ist. Trotz der schwammigen Themenwahl verneige ich mich vor WARCALLs musikalischen Glanzleistung „Dead End Part 2“.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (18.01.2022)

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