BROWBEAT - The Showdown

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VÖ: 22.01.2022
Bandinfo: BROWBEAT
Genre: Hardcore
Label: Unbekannt
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Es hat sich einiges an Wut bei BROWBEAT angesammelt und, wenn man die letzten zwei Jahre Revue passieren lässt, ist das nicht verwunderlich. Die EP „The Showdown“ ist ihr Ventil für ihre Aggressionen, mit dem sie deutlich zeigen, dass – gelinde gesagt - jetzt ein anderer Wind weht.

Von der alten BROWBEAT-Ära haben sich die Italiener bereits verabschiedet, der Nu Metaltouch ist verpufft und die Schreitiraden im Hardcorestyle werden forciert. Den Kurs haben sie bereits mit „Remove The Control“ (2019) eingeschlagen und we wird jetzt mit der aktuellen EP fortgesetzt. Der einzige Unterschied: BROWBEAT hat kein Label mehr hinter sich.

Was sie aber gebraucht hätten - wäre eine zweite Meinung gewesen. Der Breakdown bei „The Showdown“ reißt einen nicht so mit, wie sie es sich vorgestellt haben. Nach dem „Check, Check, Check“-Ruf erwartet man einen ordentlichen Knall, der leider ausbleibt. Mit ein bisschen mehr Schlagkraft würde die Stelle wuchtiger klingen. Das gleiche Trauerspiel passiert auch mit „The Call Of Falldown“ , den BROWBEAT gut eröffnen - da wird man rhythmisch herrlich durch-geprügelt - nur gegen Ende schwächeln sie beim Breakdown.

Die EP „The Showdown“ nimmt einen Thrash Metal-ähnlichen Charakter an und mit „Slave New World“ bestätigen sie meine Annahme. Das Cover ist hervorragend umgesetzt worden, da gibt es nichts zu meckern. Das Schlagzeug klingt superb und, da M.Vs Stimme an CAVALERAS Gesangkünste erinnert, ist er genau der Richtige für den Job.

Ein Blick auf die Songtexte verrät einem, wie angepisst BROWBEAT auf die Welt sind - bei all dem, was in letzter Zeit auf der Welt geschah, ist das nicht verwunderlich. Beunruhigend ist aber, worüber M.V. singt. In „The Call Of Falldown“ wird die laxe Umgangsweise der Geselleschaft mit Corona angeprangert: „Biosystem in danger. This is the warning of nature.“ Okay, hab ich vertanden. Und in „Showdown“ ist dann die Rede von einer Art Verschwörung und dass der Bevölkerung eine Gefahr vorgegaukelt wird: „You´ve torn the constituional paper and you made us believe our lifes were in danger.“  Bei „The Real Face“ gehen BROWBEAT noch einen Schritt weiter und singen von einer globalen Verschwörung: „I never thought that few people could plan such a wicked global project“ und enden mit den Worten „I´ll rip the mask of your shitty face!!”
Da wird einem klar, worauf sie hinaus wollen…


BROWBEAT haben musikalisch einiges drauf, aber die Breakdowns vermasseln sie – und das nicht nur einmal. Was den Inhalt der Songtexte betrifft: mit „The Showdown“ zeigen sie eine Seite von sich, die einen beunruhigt. Ich behaupte nicht, dass sie Coronaleugner sind, nur ihre Texte legen das nahe. Dass man wegen den Covidmaßnahmen das Gefühl bekommt, Dampf ablassen zu müssen, ist okay - dafür ist Musik ein gutes Ventil. Nur sollte man sich im Klaren sein, worüber man singt. Verschwörungsanhänger aufs Korn zu nehmen: ja. Verschwörungen zu vertreten und mittels Musik zu propagieren: No way, padre.



Bewertung: 1.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (19.01.2022)

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