OPHIS - Spew Forth Odium

Artikel-Bild
VÖ: 29.10.2021
Bandinfo: OPHIS
Genre: Death/Doom Metal
Label: F.D.A. Records
Hören & Kaufen: Amazon | Webshop
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Bereits zum fünften Mal seit dem Debüt "Stream Of Misery" aus dem Jahr 2007 ist düstertrauriger Funeral Death Doom Metal angesagt, der da aus den Tiefen der Hamburger Nekropole hervorkriecht, erzeugt von OPHIS, die 2021 ihr zwanzigjähriges Jubiläum feierten.

20 Jahre, die weniger durch voranschreitende Weiterentwicklung als vielmehr durch die Verfeinerung und schlussendliche Perfektionierung des eigenen Sounds geprägt waren. Glücklicherweise zitiert sich das Quartett von der Elbe nicht einfach nur selbst. Vielmehr hat man das Gefühl, dass uns OPHIS seit 2007 ein scheinbar nie  enden wollendes  Album präsentieren, eine Schallplatte, die man wieder und wieder dreht und damit alle paar Jahre eine weitere Seite zu hören bekommt. Und nun haben die Düster-Doomsters ihrem "Endless Vinyl" eine Stunde zusätzliche Musik hinzugefügt.

Sechs überlange Tracks, jenseits der Neun-Minuten-Marke, stehen zumindest musikalisch für das dunkle Ausklingen des vergangenen Jahres. Funeralisierter Death Doom tönt der Hörerschaft auch auf der fünften Langrille von OPHIS entgegen. Dabei lockern gelegentliche Ausbrüche, wie zu Beginn von "Conflagration Eternal" oder in der Mitte und zum Ende von "Temple Of Scourges" hin die finstertriste, getragene Klanglandschaft des aktuellen Silberlings (der auch in verschiedenen Vinyl-Varianten zu haben ist) immer wieder auf. Und auch im niedrigen Geschwindigkeitsbereich erhebt sich über dem eher statischen Sound schon mal ein blastendes Doublebass-Gewitter ("Temple Of Scourges"). 

Zu weiten Teilen bewegt sich "Spew Forth Odium" allerdings im Schritt-Tempo fort. Dabei wechseln sich tonnen-schwere Death Doom Riffs, melancholisch-melodische Gitarrenlinien, fast flüsternde Spoken Words und minimalistische Phasen musikalischer Grabesruhe immer wieder ab. Zusammengehalten wird diese Melange von dem fies gurgelndem Organ von Shouter Phil.

Wenn ich mich der Stimmung, die OPHIS auf ihrem aktuellen Output erzeugen, voll und ganz hingebe, fühle ich mich unwillkürlich an diverse Textpassagen aus dem "Abendlied" von Matthias Claudius erinnert:

…Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod...

 

Fazit:

OPHIS zeigen auf ihrem fünften Longplayer einmal mehr, dass sie zum einen genau wissen was sie tun, und zum anderen, dass sie das was sie tun perfekt beherrschen. "Spew Forth Odium" kommt ohne großen Schnickschnack und technische und klangliche Extravaganzen daher. Der finster-melancholische Funeral Death Doom wird von den Hamburgern, eingehüllt in eine standesgemäße Produktion, unumwunden auf den Punkt gebracht. Man muss sich allerdings schon auf die Klangwelt von OPHIS einlassen. Wer das tut, dem gibt "Spew Forth Odium" ganz viel zurück.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (19.01.2022)

WERBUNG: Area53 2022
ANZEIGE
WERBUNG: SKILLS - Different Worlds
ANZEIGE