INFECTED CHAOS - Dead Aesthetics

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VÖ: 11.09.2021
Bandinfo: Infected Chaos
Genre: Death Metal
Label: Independet
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Eigentlich sollte die Rezension des dritten INFECTED CHAOS Longplayers längst im Herbst des vergangenen Jahres erfolgen. Doch aufgrund verschiedener Wirrungen und Probleme ist die Scheibe erst letzte Wochen auf meinem Schreibtisch gelandet. Und wie sagt man so schön: besser spät als nie!

Vergleicht man den aktuellen Output "Dead Aesthetics" mit dem Erstwerk "The Wake of Ares" aus dem Jahr 2015, so unterscheiden sich die beiden Scheiben doch erheblich voneinander. Nicht unbedingt in qualitativer, wohl aber in stilistischer Hinsicht. War das Debüt noch massiv von DISMEMBER und ENTOMBED beeinflusster Schwedentod mit modernem Anstrich, so schafft es die österreichisch-bayrische Liaison anno 2021, sich von den Stigmata der Vergleichsbands weitgehend zu lösen und der Hörerschaft enorm viel Eigenständigkeit zu präsentieren.

 

Vom Todesblei schwedischer Prägung ist nicht mehr allzuviel übrig geblieben. Dafür kredenzen INFECTED CHAOS heuer ein beinahe schon buntes Potpourri aus Brutal und Melodic Death Metal, Death- und Hardcore sowie jeder Menge technischer und progressiver Elemente.

Das macht die Stücke unberechenbar und somit natürlich auch interessant, denn die fünf Herren sind auf ihrer dritten Scheibe alles, aber nicht vorhersehbar.

Dass die Jungs ihre Instrumente absolut beherrschen und in technischer Hinsicht einiges auf der Pfanne haben, steht außer Frage. Bereits die ersten beiden Tracks bestechen durch ihren progressiven Charakter und sind in ihrer Vertracktheit und ihren musikalischen Winkelzügen, im höchstem spielerischen Niveau angesiedelt. Allerdings gehen der massive Prog- und Technik-Anteil eben auch zu Lasten der Eingängigkeit. Und ob der daraus resultierenden Sperrigkeit benötigen Stücke wie der Opener und "Hollow Chars", aber auch "Pitch-Black Fever", "Iron Nights" oder "Lethargia" und der Albumcloser schon mehr als einen Durchlauf (und manchmal auch fünf, sechs oder mehr), um ihr Potential zu entfalten.

Am stärksten sind INFECTED CHAOS immer dann, wenn sie Progressivität und technischen Anspruch zugunsten der Goutierbarkeit eines Stückes auf ein gesundes Maß zurückschrauben. Wie im besten Track des Albums, "Eager Breed The Gods Of Pestilence", einem regelrechten kleinen Melodeath Hit, der supereingängig aus den Boxen groovt, aber dennoch auch in technischer Hinsicht durchaus anspruchsvoll daherkommt. Hier stimmt einfach das Verhältnis, und zu dieser Ausgewogenheit der stilistischen Elemente gesellt sich außerdem eine Hookline, die direkt in die Ohren geht und sich dort festbeißt. Auch das angeschwärzte "Away" mit seinen flirrenden Gitarren und dem fantastischen Melodeath Groove sowie das pfeilschnelle "And Thus I Fell" (ebenfalls mit schwarzmetallischen Anleihen) gehören zu den Nummern, die SOFORT einen (positiven) bleibenden Eindruck hinterlassen.

 

Fazit:

INFECTED CHAOS haben sich seit ihrem Debüt stetig weiter entwickelt. So auch auf dem neuesten Longplayer "Dead Aesthetics". Tot sind die Süddeutschen/Österreicher nicht in Bezug auf die Ästhetik sowie in technischer Hinsicht jedoch was die progressive Note ihrer Musik angeht da allemal. Etwas mehr Eingängigkeit und Ausgewogenheit zwischen technischer Finesse und langzeitwirksamer Hörbarkeit, dazu mehr einprägsame Hooklines - so könnte beim nächsten Release aus einem wirklich guten durchaus ein sehr gutes Album werden. Die Voraussetzungen dazu haben INFECTED CHAOS auf jeden Fall.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (18.01.2022)

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