AD INFINITUM - Chapter II - Legacy

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VÖ: 29.10.2021
Bandinfo: AD INFINITUM
Genre: Symphonic Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

AD INFINITUM täuschen keine Müdigkeit vor und veröffentlichen nach gerade mal eineinhalb Jahren den Nachfolger zu ihrem Debüt "Chapter I: Monarchy", der auf den konsequenten Titel "Chapter II: Legacy" hört. Ende vergangenen Jahres gabs ja bereits das Debütalbum nochmal in akustisch aufbereiteter Form und so scheint man aus der Pandemiesituation das Maximum rausgeholt zu haben. Da sei am Rande erwähnt, dass selbst ein kostenloses Streamingkonzert veröffentlicht wurde und so liefern uns das Mädel und die Jungs wirklich ein Rundumpaket ab. 

"Chapter II" bleibt sich musikalisch treu und bewegt sich auf Pfaden des symphonischen Metals im atmosphärischen Gewand, das hier und da in Richtung melodischem Power Metal abbiegt. "Reinvented" beginnt nach kurzem Intro energisch und gewinnt an Tempo, das sogleich wieder gedrosselt wird in den Strophen, die einen behutsamen Aufbau anstreben, der allerdings sehr schnell aufweicht. Die Hook ist der Inbegriff von epicness und hängt sich sofort ins Ohr, wo sie sicherlich auch erstmal verweilen wird. "Unstoppable" hat einen durchaus emotionalen Touch und wusste als erste Single bereits zu überzeugen. Mir gefallen vor allem die Melodiebögen, die Ausnahmesängerin Melissa in Bridge und Hook zum Besten gibt. Eine unglaublich warme und zugleich mit viel Energie gesegnete Stimme, die für mich zu den charismatischten des Genres gehört. "Inferno" mutet die erste Ballade an, widerlegt genau diese Theorie allerdings mit dem einsetzenden Chorus, der wie ein Starkregen über uns hereinprasselt. Vom Tempo her zwar eher gediegen, vom Energielevel aber erneut ganz vorn dabei. AD INFINITUM schaffen es spielend leicht, tolle Melodien zu inszenieren, die sich nicht abnutzen, obgleich sie beim ersten Durchlauf schon sehr gut hängenbleiben. Die druckvolle Produktion, die jedes einzelne Instrument (der dominante Bass in "Inferno" ist pure Liebe!) gekonnt im Detail hervorhebt, tut ihr übriges dazu bei, diesen Output wie schon das Debüt zu einem unvergleichlichen Erlebnis zu machen. "Afterlife" mit Nils Molin von DYNAZTY hat dann durchaus was von einer Powerballade, obgleich der Beginn hier eher düster und druckvoll wirkt. Die Strophen prägen diesen düsteren Charakter noch mehr, doch die Hook weicht das Ganze etwas auf und offenbart eben einen leicht balladesken Charakter. Nils und Melissa harmonieren wunderbar miteinander und der gute Herr Molin ist sowieso imstande, alles zu singen und gut klingen zu lassen. Der mittelalterliche Klang von "Breathe" mit den akustischen Klängen schmeckt mir zwar, aber der Chorus kann nicht zwingend das Niveau der vorangegangenen Nummern mitgehen. Dennoch weit weg davon, sich als Fillermaterial herauszukristallisieren. 

"Into The Night" geht dann nochmal gut nach vorn und hat diesen leichten Power Metal Charakter inne, der aber vor allem durch die teils gegrowlten Strophen ordentlich Eier verliehen bekommt. "Haunted" bedient sich dann wiederum bei KAMELOT so wie es "I Am The Storm" auf dem Vorgänger auch schon getan hat. Die Parallelen sind unverkennbar und ich gehe fest davon aus, dass Melissa KAMELOT als Inspiration wahrnimmt, was sich auf die Nummer sehr positiv auswirkt. Der hymnische Charakter steht der Band sehr gut zu Gesicht und wer so wunderbare und eingängige Hooks schreibt, der macht in dem Genre sowieso vieles richtig. "Chapter II: Legacy" gefällt mir sogar noch einen Ticken besser als das Debüt, wobei sie sich fast die Waage halten. Hohe Qualität von vorn bis hinten, eine Melissa in Höchstform und der schnelle Weg an die Spitze der Female Fronted Bands. AD INFINITUM werden in Zukunft eine riesige Bereicherung darstellen für alle, die es mit symphonischem Metal halten und ich freue mich auf all das, was uns da noch blüht!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (29.10.2021)

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