PARADOX - Heresy II - End Of A Legend

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VÖ: 24.09.2021
Bandinfo: Paradox
Genre: Thrash Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Das Würzburger Quartett PARADOX schließt mit „Heresy II“ ein Kapitel, das vor 21 Jahren aufgeschlagen wurde. „Heresy II“ soll der würdige Nachfolger sein und um den Geist der Neunziger einzufangen, fand sich die Originalbesetzung der Band zusammen. 75 Minuten feinster melodischer Thrash Metal, der auch 2021 noch so frisch und unverbraucht klingt wie zu seiner Hochphase Ende der achtziger Jahre.


Bei jenen, denen PARADOX noch kein Begriff ist, wird es langsam Zeit: 1986 wurde die Band gegründet und reiht sich musikalisch neben METALLICA, TESTAMENT, MEGADETH ein. Ab den Neunzigern gab es einige Besetzungswechsel, wodurch die Veröffentlichungen ihrer Alben nur schleppend funktionierte. PARADOX lösten sich nie offiziell auf, doch die Mitbegründer trennten sich mit der Zeit. Alex Blaha (Schlagzeug) war von Anfang an dabei, verließ jedoch 1990 die Band, und ist noch ein letztes Mal dabei, damit die „Heresy“-Geschichte nach zirka 30 Jahren endlich ein Ende findet.
„Journey Into Fear“ ist eine Thrashgewalt mit zügigen Gitarrenriffs und präzisen Donnerschlägen in die Basstrommel. Im Lied schaffen PARADOX die ideale Balance zwischen Alter Schule und neuer Technik; ein Hörspaß mit Langzeitgarantie. Durch das Wunder der Technik kann die Band ihrer Musik mehr Drama verleihen: chorale Gesänge, Soundeffekte im Hintergrund und vieles mehr.
„Priestly Vows“ ist der epischste Song von „Heresy II“ und ähnelt, vom Aufbau her, der Vorgehensweise von DREAM THEATER. PARADOX verbinden hier zwei Gegensätze – weich-melodisch und hart-schnell – die im Ganzen mächtig klingen, zuerst wird in guter Thrash Metalmanier darauf losgepoltert, danach folgt eine ruhige Passage, bevor die Band noch einmal richtig Gas gibt. Gesteigert wird die Stimmung nochmal durchs Gitarrensolo von Münzner, die Crème de la Crème von „Priestly Vows“.

 

 

 


Für PARADOX ist das Cover von „Merciless Onslaught“ eine Herzensangelegenheit, da METAL CHURCHs Sänger Mike Howe erst kürzlich verstarb. Das Lied ist eine instrumentale Nummer, bei der es nur auf schnelle Härte ankommt. Dem Würzburger Quartett ist das Cover gelungen, die moderne Soundtechnik lässt das mehr als 30 Jahre alte Lied in neuem Glanz erstrahlen.


 PARADOX haben sich viel Mühe gegeben, sogar der Ex-Schlagzeuger der Originalbesetzung wurde ins Boot geholt. Dass die Band sich nicht genug für einen würdigen Nachfolger von „Heresy“ gekümmert hat, kann man nicht behaupten, doch die Krux ist, wie früher zu klingen und sich trotzdem irgendwie neu zu erfinden. Das schaffen PARADOX gut. Persönlich bevorzuge ich noch immer den „Heresy“-Klassiker aus 1990, doch „Heresy II“ steht in meiner Favoritenliste an zweiter Stelle.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (21.09.2021)

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