BLACK MASS - Feast At The Forbidden Tree

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VÖ: 10.09.2021
Bandinfo: BLACK MASS
Genre: Thrash Metal
Label: Redefining Darkness Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nostalgiker und die, die es noch werden wollen, aufgepasst! Die US-Thrasher BLACK MASS sind zurück und beehren ihr Zweitwerk "Warlust" mit einer feucht-fröhlichen Fortsetzung unter dem verbotenen Baum. Obschon die letzte Thrasherei der Amis nicht bei allen Musiktestern gleichermaßen punkten konnte, schnitt der gepanzerte Schinken doch zumindest in unserem Haufen gut ab. Warum denn auch nicht? Alte Schule macht schließlich immer Spaß - zumindest, wenn sie angemessen dargebracht und zu nicht mehr als 30% aus Eighties-Klassikern zusammengeklaut wird. Da besagte Kriterien bereits mit "Warlust" erfüllt wurden und "Feast At The Forbidden Tree" Pi mal Daumen exakt dort weitermacht, wo sein Vorgänger aufhörte, stehen die Zeichen für eine vergnügsame Knüppelei also gar nicht so schlecht.

Zur Beschreibung des Stils von Album Nummer drei bedarf es nicht vieler Worte, denn das Grundrezept des Trios aus treibendem Highspeed-Thrash mit Gründerväter-Anleihen und deutlichen First-Wave-BM-Einschlägen wurde nicht merklich verändert. Mit Ausnahme des walzenden "A.S.H.E.S." und dem groovenden Schwermetall-Hybriden "They Speak In Tongues" gibt es fast ausnahmslos mit dem Presslufthammer zwischen die Lichter - und das ist auch gut so. Betonenswert sind dabei die vermehrt eingesetzten Heavy-Metal-Soli (z.B. in "A Path Beyond") und natürlich die hochtourige Speed-Metal-Perle "Betrayal", eines der klaren Highlights der Platte. Was man ebenfalls attestieren kann, ist eine hörbare Weiterentwicklung im Sound. Zwar klingt auch "Feast At The Forbidden Tree" wie ein Relikt der Frühachtziger, doch punktet es mit einer wuchtigeren und spritzigeren Produktion, die vor allem mit ihrem bissigen Gitarrensound begeistert. Als grobe Referenz könnte man den jüngsten Zeitsprung im Hause SODOM herbeiziehen. Man darf insofern festhalten, dass die Bostoner Burschen in fast jeder Hinsicht einen Zugewinn an Reife und Professionalität verbuchen können, ohne dabei jedoch ihr jugendliches Feuer zu verlieren.

Authentischer Sound, starke Songs und reichlich Pfeffer im Sack - so könnte man demnach das Erfolgsrezept von "Feast At The Forbidden Tree" beschreiben, denn während der Otto-Normal-Banger auf der Bühne handelsübliche Elektrolyte ausschwitzt, rinnt bei den jungen Hüpfern von BLACK MASS wahrscheinlich flüssiges Testosteron aus den Poren. Da kann man ihnen nicht mal das halbstarke MANOWAR-Gedenk-Strandprotz-Cover übelnehmen. Eingeölte Krieger im Leopardentanga, willige Damen, verbotene Früchte und der Leibhaftige ist auch schon am Start. Diese Jungs wissen einfach, wie man feiert - wohl bekomm's!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (08.09.2021)

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