OSI AND THE JUPITER - Stave

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VÖ: 27.08.2021
Bandinfo: OSI AND THE JUPITER
Genre: Neofolk
Label: Eisenwald Tonschmiede
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Lineup  |  Trackliste

Langsam, aber doch beständig hat sich das amerikanische Dark-Folk-Duo OSI AND THE JUPITER in den letzten zwei Jahren eine höhere Priorität in meinen Hörgewohnheiten erarbeitet - mit "Nordlige Rúnaskog" und "Appalachia", den aktuellen Veröffentlichungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zwar vermittelte auch ersteres inmitten seiner Kompositionen um die nordische Mythologie bereits hier und da amerikanische Spätsommerabend- und Lagerfeuerästhetik. Doch mit zweiterem begann die Wandlung hin zu amerikanischem Folk dann klar erkennbarere Konturen anzunehmen, woraufhin sich die Frage ob der zukünftigen Ausrichtung stellte, die nun auf "Stave", dem am 27. August erscheinenden neuen Album, beantwortet wird.

Anstatt die Entwicklung abzuschließen und dadurch möglicherweise etwas zu eindimensional und ausrechenbar zu sein, haben sich OSI AND THE JUPITER dazu entschlossen, sämtliche, ihre bis dato angelernten Variationen auf einem Werk zu bündeln. Entscheidend ist dabei vor allem, dass man den musikalischen Werdegang auf "Stave" mehr oder minder chronologisch gestaltet, was man sich in etwa so vorstellen kann: "To Reap What Has Sown" bis einschließlich "Wights" handhaben es sehr ähnlich wie "Nordlige Rúnaskog", bauen überwiegend auf nordisch angehauchtem Dark Folk auf und schmücken diesen gelegentlich mit einer Nuance knisterndem Lagerfeuer ("Folk Of The Woods") aus. Anschließend, also beginnend mit "Old Ways", zieht es das Duo immer stärker in die Heimat, was im düsteren Country-Neofolk-Hybriden "In Death (Carry Me Home)" mit Michał Krawczuks grandioser, von Whiskey durchtränkter Stimme sowie der fantastischen "Nights In White Satin"-Coversong des THE MOODY BLUES Klassikers seine Höhepunkte erfährt.

War "Nordlige Rúnaskog" insbesondere mit den Bonustracks und einer Spielzeit von roundabout 70 Minuten noch eine Spur zu sehr in die Länge gezogen, ist "Stave" mit seinen exakt 53 Minuten und 42 Sekunden kurzweiliger unterwegs. Nichtsdestotrotz, ein merklicher Sprung nach oben oder unten entsteht dadurch in der Gesamtwertung nicht, da sich auf beiden Alben zwar Schwächen und Stärken unterschieden, wohl aber nicht deren Gewichtung. Was mir hingegen auf "Stave" ein bisschen fehlt - zumindest gefühlt -, sind die charismatischen Vocals von Sean Kratz selbst, die zu selten in Erscheinung treten. Trotzdem werden OSI AND THE JUPITER auch hiermit ein Dauergast besagter Hörgewohnheit bleiben, weil sie nicht nur einen eigenen Charakter, sondern auch ein fabelhaftes Songwriting ihr Eigen nennen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (23.08.2021)

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