GROZA - The Redemptive End

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VÖ: 30.07.2021
Bandinfo: GROZA
Genre: Black Metal
Label: AOP Records
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Lineup  |  Trackliste

Als GROZA 2018 das fett produzierte „Unified In Void“ in den frostklirrenden Schwarzmetall-Urwald pflanzten, da mimimite so mancher über die stilistische Nähe der vier Deutschen mit ihren kleidsamen Kapuzen zu den ähnlich klingenden und gewandeten MGLA. Wer zu dieser Fraktion gehört, sollte jetzt besser gleich zu lesen aufhören – denn wirklich viel hat sich diesbezüglich mit der nun vorliegenden neuen Platte „The Redemptive End“ nicht getan. Was aber jetzt nicht per se schlecht ist. Denn wie die Endlichkeit allen Lebens beinhaltet auch der Black Metal eine gewisse Endlichkeit an Ideen – womit sich früher oder später Parallelen und Überschneidungen ergeben.

Dass man GROZA dabei auf eine reine (aber äußerst hochwertige!) Kopie von MGLA reduziert, greift auf dem neuen Output nur noch bedingt, präsentieren sich doch die vier Kapuzenkrawallierer inzwischen einen Zacken melodischer und atmosphärischer als noch auf dem Debüt, ohne jedoch die Holzhammer-Raserei dabei aus den Augen zu verlieren. Wer unbedingt seinen stilistischen Vergleich braucht, könnte nun mehr von UADA entdecken, aber auch eine Prise post-metallischer Anleihen, die speziell im Brecher „Elegance Of Irony“ durchbrechen, klingt ab und an mit.

Das sich sachte und atmosphärisch aufbauende Intro „Sunken In Styx – Part I: Submersion“ bringt den Hörer behutsam in die richtige Stimmung, ehe das behände „Sunken In Styx – Part II: Descent“ gleich die ersten Schädel von den Hälsen schraubt. Die richtige Keule für den Hörer hält „Nil“ bereit, das mit seinem abgrundtiefen Nihilismus und verächtlichen Gitarrenwänden alles unter sich erstickt. Der Titeltrack „The Redemptive End“ hält nach seinem klassisch-zügigen Auftakt mit einem Break in sehr ruhige Gefilde eine Überraschung bereit, ehe der Titel im hinteren Drittel noch einmal in todesverachtende Blastbeats und turmhohe, elegische Gitarren eruptiert. Der über zehn Minuten füllende Rausschmeißer „Homewards“ übt sich in ähnlichem Stimmungsbild wie der vorhergehende Titeltrack und kann zwar dessen atmosphärische Tiefe nicht mehr ganz erreichen, aber bietet einen runden Abschluss für die 42-minütige Prügelorgie.

Den Nobelpreis für Innovation darf man bei GROZA natürlich nicht erwarten, doch die vier Deutschen bewegen sich innerhalb ihrer selbst auferlegten Grenzen mit traumwandlerischer Sicherheit und klöppeln aus den vorhandenen Zutaten schlüssige und unterhaltsame Songs, zu denen man sich gerne den ein oder anderen Nackenwirbel verrenkt. Manchmal ist gut kopiert einfach besser, als schlecht selbst gemacht – und im Falle von GROZA, die technisch blitzsauber und mit amtlich fetzender Produktion den Vorbildern um absolut gar nichts nachstehen, kann das gar nicht so verkehrt sein. So lang es dir so amtlich die Rübe wegfetzt – und nichts anderes tut „The Redemptive End“ - ist das Reputation genug.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (30.07.2021)

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